Jüchen: Autowerkstattkette "stop+go" investiert eine Million

Jüchen : Autowerkstattkette "stop+go" investiert eine Million

Die bundesweit aktive Autowerkstattkette "stop+go" verlegt ihren Firmensitz und ihr Zentrallager nach Jüchen. Investiert wurde eine Million Euro, genutzt werden Büros und Lager von "Polo". 16 Arbeitsplätze entstehen.

Erst war es ein Spaß unter zwei Freunden, dann wurde daraus nach ausführlichen Analysen Ernst: Die bundesweit agierende Werkstattkette "stop+go" hat ihren Firmensitz von Unna nach Jüchen verlegt. Sie mietet Lager und Büros vom Motorradzubehör-Anbieter "Polo", lässt ihn die Logistik abwickeln. "Jüchen ist für uns der ideale Standort", sagte Geschäftsführer Detlef Saemisch bei einer Pressekonferenz an der Polostraße 1. Rund eine Million Euro wurden in den Umzug und Ausrüstung mit neuer IT investiert.

Jetzt will der Firmenchef von Jüchen aus weiter wachsen — "um mindestens fünf Standorte pro Jahr. Interessant wären für uns in NRW etwa Neuss, Mönchengladbach, Köln oder Essen", sagt Saemisch. "Von größeren Konkurrenten wie ATU oder Pit-Stop trennen uns beim Umsatz noch Welten, aber wir wollen expandieren."

Mit "Polo"-Chef Klaus Esser verbindet den gebürtigen Dortmunder eine "lange Freundschaft" — immer öfter fiel in Gesprächen der Name "Jüchen". Daran erinnerte sich Saemisch, als er über einen Umzug nachdachte und eine neue Adresse für die Systemzentrale und Lager suchte: "Der Traum eines jeden Logistikers ist Kassel, doch Jüchen ist nach unseren Berechnungen nur wenig schlechter."

Der Manager, der zunächst den heutigen Konkurrenten ATU mitaufgebaut hat, hatte 2010 die zuvor unter Volkswagen-Flagge aktiven Werkstätten mit Investorenhilfe aufgekauft. Er führt sie seitdem als markenunabhängige Werkstätten, jede in Kombination mit einem Lager und mit einem Autoteile-Shop.

Die nächste von Jüchen aus ist Düsseldorf — noch. Denn Detlef Saemisch will wachsen: "Je näher an Jüchen, desto bester. Interessant sind für uns Großstädte mit mindestens 100 000 Einwohnern und Standorte mit einer hohen Frequenz von mindestens 20 000 Autos." Und die Logistik sei der Bereich, der über den unternehmerischen Erfolg entscheide: "Hier kann man sparen." Mit "Polo" gibt es bereits an anderen Standorte Kooperationen, zahlreiche Synergien könnten genutzt, Kunden direkt angesprochen werden, denn: "Wer ein Motorrad hat, hat meistens auch ein Auto."

Bürgermeister Harald Zillikens freut sich nicht nur auf künftige Gewerbesteuer-Einnahmen, sondern sieht in dem neuen Firmensitz auch Potenzial für die Zukunft: "Sie schaffen hier Arbeitsplätze und — für uns als Gemeinde fast noch wichtiger — Ausbildungsplätze."

(NGZ)
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