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Hockey-Bundesligist HTC Schwarz-Weiß Neuss: Blamage in Krefeld fordert Konsequenzen

Hockey-Bundesligist HTC Schwarz-Weiß Neuss : Blamage in Krefeld fordert Konsequenzen

Das war's mit dem Traum vom direkten Klassenerhalt für Hockey-Bundesligist HTC Schwarz-Weiß Neuss. Nach der 1:5-Niederlage (Halbzeit 1:2) vom Sonntag beim Crefelder HTC können die Neusser nur noch auf die Abstiegsrelegation gegen den Meister der Zweiten Liga West hoffen.

Doch die Verfassung, in der sich die Schwarz-Weißen Sonntag Mittag vor 150 Zuschauern, davon gut die Hälfte aus Neuss, an der Krefelder Hüttenallee präsentierten, lässt erhebliche Zweifel aufkommen, ob der HTC die drei Punkte Rückstand auf den Rheydter SV überhaupt noch aufholen kann. Ohne Kampfgeist, ohne Mannschaftsgefüge, ohne echtes Coaching, dafür mit jeder Menge Zwist und Hader untereinander - so dürften die Neusser nicht einmal am Samstag (15 Uhr) beim schon abgeschlagenen Schlusslicht Rot-Weiß Köln als Sieger den Platz verlassen.

Das hat auch Abteilungsleiter Egbert Wilms erkannt: "Wir müssen uns schnellstens etwas einfallen lassen." Die Frage ist nur, was? Vorrangig benötigen die Neusser einen Mann auf der Bank, der das Sagen hat, und zwar das unumschränkte; Co-Trainer Ralph Schröder ist da schlicht und einfach überfordert und viel zu still. Dasselbe gilt für Carsten Fischbach, wenn er gleichzeitig spielt - und das ist angesichts des knappen Kaders unverzichtbar.

Peter Kloimstein, in Rheydt als Sportlicher Leiter ausgeschieden, wäre zu haben; schon am Sonntag gab der Ex-Coach mitunter taktische Anweisungen. Doch Wilms meint mit Blick auf die gerade ein halbes Jahr zurückliegende Trennung: "Das geht nicht gut, auch nicht für drei Spiele." Und Andre Schiefer, auch gestern Augenzeuge des schwarz-weißen Desasters an der Hüttenallee, will erst einmal eine Hockeypause einlegen: "Ich habe nach der Übernahme als Lehrer im Moment anderes zu tun." Bitter für die Schwarz-Weißen, denn aus den drei ausstehenden Partien in Köln, zuhause gegen Harvestehude und beim direkten Konkurrenten in Rheydt benötigen sie noch mindestens vier, besser noch sechs Punkte. Doch so wie am Sonntag holen sie nicht einen.

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Das Unheil nahm bereits nach drei Minuten seinen Lauf: Stephan Busse verstrickt sich vollkommen unnötig in eine Diskussion mit Schiedsrichter Christian Blasch, der einen im Mittelfeld die Linie entlang laufenden Neusser Pass im Aus gesehen hatte, lässt dadurch seinen Gegenspieler außer Augen, die Krefelder spielen Torhüter Thomas Wagner aus, Carsten Fischbach klärt auf der Linie - doch nicht regelgerecht, wie die Unparteiischen befinden. Den fälligen Siebenmeter verwandelt Uli Bergmann zur frühen Führung für die Hausherren.

Neuss ist konsterniert, findet nur langsam zu seinem Spiel, das von den katastrophalen Platzverhältnissen noch erschwert wird. Und ausgerechnet in die Phase, als die Gäste langsam Oberwasser gewinnen, durch Klink (16.) und Lunau-Mierke (26.) auch erste Tormöglichkeiten haben, platzt der Krefelder Konter, durch Thomas Kalda mustergültig zum 2:0 (28.) abgeschlossen. Dass Sebastian Draguhn nach gelungener Kombination im Anschluss an die dritte kurze Ecke der Anschlusstreffer gelingt (31.), lässt Hoffnung keimen. Trügerische, wie sich alsbald herausstellt. Denn nach der Pause präsentiert sich Neuss von allen guten Hockey-Geistern verlassen, stattdessen in sich zerstritten und ohne Konzept.

Anders Krefeld, wo die Routiniers Klaus Michler und Matze Mahn die jungen Spieler führen und nach Fehlern immer wieder positiv ermuntern - in Reihen der Gäste sind nur gegenseitige Vorwürfe zu hören. Da werden Taktik und Auswechslungen nicht bestimmt, sondern von den Akteuren lebhaft ausdiskutiert - so lässt sich kein Erstliga-Spiel gewinnen.

Ist das Krefelder 3:1 durch einen abgefälschten Schuss von Magnus Eger nach der ersten kurzen Ecke für die Gastgeber (44.) noch glücklich, sind die weiteren Treffer durch Nationalspieler Matthias Witthaus (52.) und Brendon Koolen (63.) zum 5:1-Endstand mehr als verdient - ja, Krefeld war einem zweistelligen Sieg schließlich näher als Neuss dem Anschlusstreffer. Jetzt ist guter Rat teuer an der Jahnstraße. Volker Koch

(NGZ)