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Remscheid: Schüler beschäftigen sich mit Situation im Kongo

Remscheid : Schüler beschäftigen sich mit Situation im Kongo

Schüler der Sophie-Scholl-Gesamtschule beschäftigen sich in einem klassenübergreifenden Projekt bis zum Sommer mit Menschenrechten. Die Situation im Kongo nehmen sie besonders unter die Lupe. Dort unterstützt die Schule eine Bildungseinrichtung, ein Waisenhaus und das Projekt "Congo Hounds".

Zum Auftakt des Schulprojekts zum Thema Menschenrechte besuchte gestern Marcel Maierhofer mit Hündin "Aurora" die Schule, um über sein Ehrenamt im Kongo zu berichten. Der Polizist unterstützt das Projekt "Congo Hounds", eine Initiative zum Arten- und Tierschutz im Kongo. Er reist regelmäßig in das afrikanische Land, um dort die Ranger des Virunga Nationalparks bei der Ausbildung der Hunde zu Personenspürhunden zu unterstützen. Denn der Park wird regelmäßig von Wilderern heimgesucht, die den Tieren die Hörner absägen, um sie auf dem Weltmarkt für teures Geld zu verkaufen.

Die Ranger schützen die Tiere mit Hilfe der Hunde, die gezielt nach Wilderern suchen. "Das ist schon ziemlich gefährlich", sagte Maierhofer, der vor den Schülern zugab, auch Angst zu spüren, wenn er im Kongo ist und mitten im Nationalpark im Zelt übernachte, in unmittelbarer Nähe zu Flusspferden, Leoparden und manchmal eben auch Rebellen.

Hündin "Aurora", ein groß gewachsener Bloodhound, der bestens als Spürhund geeignet ist, zog in der Aula alle Blicke auf sich und schnüffelte eifrig an den Schülern. Diese wiederum stellten viele Fragen, zeigten sich interessiert und überrascht über die Zustände im Kongo, wo große Armut herrscht.

Genau das zu kommunizieren und in den Schülern das Bewusstsein für die Probleme der Welt zu wecken, ist das Ziel solcher Schulprojekte, erklärte Lehrer Peter Koch: "Wir möchten den Schülern so ein politisches Bewusstsein vermitteln." Auch Bildung ist ein Menschenrecht, sagt der Pädagoge, der gemeinsam mit seinen Kollegen Renata Adams und Rino DiNinni das Projekt leitet. Elf Klassen wirken bis zum Sommer mit, werden verschiedene Aspekte zum Thema Menschenrechte erarbeiten und ihre Ergebnisse bei einer Abschlussveranstaltung präsentieren.

Marvin Thiel und Magnus Unger (beide 16) leiten bereits seit 2014 eine Arbeitsgruppe (AG), die sich für das Projekt "Congo Hounds" einsetzt und Schulgeldpaten sucht, um kongolesischen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. "Vor vier Jahren war schon mal jemand von 'Congo Hounds' bei uns. Ich fühlte mich direkt inspiriert", sagte Thiel. Sechs Schüler zählt die AG. Im Rahmen des Schulprojektes möchten die Mitglieder weitere Mitstreiter und langfristige Paten finden.

(sebu)