Remscheid: Kunstprojekt am Hasenberg startet

Remscheid: Kunstprojekt am Hasenberg startet

Der leerstehende Edeka-Markt am Lenneper Hasenberg wird für drei Monate zum Atelier. Zur Feier ihres 100-jährigen Bestehens startet die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewag zusammen mit dem Lenneper Jugendzentrum "Die Welle" ein Kunstprojekt im und für den Stadtteil, das seinen Anlaufpunkt in den Räumen an der Hasenberger Straße 67 hat.

Das Projekt, das sich an Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil wendet, in dem die Gewag rund 1000 Wohnungen hat, besteht aus zwei Säulen. Ab dem 11. April dreht sich bei der Schwelmer Künstlerin Beate Koch immer mittwochs alles um Farbe und Formen. So können die jungen Teilnehmer mit Ton Druckformen erstellen, deren Motive auf Papier oder auf T-Shirts gedruckt werden. Als Vorlage kommen Gullydeckel infrage oder markantes Mauerwerk. So spiegelt die Kunst den Stadtteil und motiviert die Teilnehmer dazu, mit offenen Augen über den Hasenberg zu gehen.

Wenige Tage später, ab dem 20. April, läuft an gleicher Stelle immer freitags das Film- und Fotoprojekt der Filmemacherin Karla Stindt und des Kunststudenten Richard Opoku-Agyemang an. Unter dem Motto "Die Schönheit der Gegensätze" nehmen die Teilnehmer mit Kamera, Mikro, Handy oder Fotoapparat den Hasenberg unter die Lupe. Unter anderem soll mit Licht und Schatten experimentiert werden, um den Stadtteil neu in Szene zu setzen, sagt Medienpädagogin Ramona Schösse.

Die Gewag hat mit der "Welle" gute Erfahrungen gemacht. Die Spuren des Projekts "Wir hier", bei dem sich Anwohner 2009 mit ihrem Stadtteil auseinandersetzten, sind in Lennep auch fast zehn Jahre später noch präsent. Viele der Bildcollagen, die damals auf Autoplanen gedruckt und im Stadtteil aufgehängt worden waren, sind noch da. Verblasst zwar vom Remscheider Wetter, aber nicht zerstört, nicht beschmiert, berichtete Gewag-Vorstand Hans-Jürgen Behrendt gestern vor Journalisten. Das zeige, dass die Menschen Dinge, die aus dem Quartier kommen und sich mit ihm beschäftigen, respektieren.

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Ob am Ende der beiden Projekte auch Ergebnisse stehen, die im Stadtteil verbleiben, ist noch offen. Auf jeden Fall soll es im Juni eine Abschlusspräsentation geben.

"Wir wollen unser Jubiläum auch mit unseren Mietern feiern", nennt Behrendt einen Grund für das Projekt. Vor einigen Wochen waren Rat und Verwaltung eingeladen worden. Und auch mit den Partnern aus dem Handwerk soll gefeiert werden.

Info und Anmeldung unter Tel. 0 21 91 / 59 12 417.

(hr)
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