Gitarrenfestival in Remscheid

Die "Guitar Night" in der Akademie bildet den konzertanten Höhepunkt : Eine Woche voller Gitarrenmusik

Die „Guitar Night“ bildet zum Jahresbeginn den konzertanten Höhepunkt in der Akademie der kulturellen Bildung.

Sechs Saiten, die die Welt bedeuten: E – A – d – g – h – e. Auf diese Kammertonlage werden die meisten Gitarren beim Festival in der Akademie der kulturellen Bildung auf Küppelstein gestimmt sein. Im Zusammenspiel zwischen Grifftechnik und Zupftechnik zaubern die Musiker in der ersten Woche des neuen Jahres ihre je eigenen Klangwelten. Gitarre ist nicht nicht gleich Gitarre. Es existieren viele Stilrichtungen und Klangvorstellungen.

Wer auf die Bühne im Raum A der Akademie ab dem 2. Januar tritt, der beherrscht sein Instrument. Mehr noch. Er zählt meist zu den Gitarristen der Szene, die ihrer musikalischen Richtung einen besonderen Akzent geben können. Und die Szene beschränkt sich nicht auf einen kleinen Kreis, sondern umfasst mindestens die halbe Welt. Das lässt sich gut ablesen am Programm der „Guitar Night“ am 4. Januar.

Professor Alfred Eickholt und sein Team haben das Programm für das Gitarrenfestival in Remscheid zusammengestellt. Seit über 40 Jahren findet es in der ersten Januarwoche in Remscheid statt. Wer alte Programme durchblättert, der erkennt schnell: das Netzwerk von Eickholt und seinem Team besitzt Kontakte zu Spitzenmusikern. Etwas überspitzt formuliert: außer Paco de Lucia und Eric Clapton waren fast alle Großen in der Akademie.

Als „Eric Clapton der Laute“ wird zum Beispiel Thomas Dunford angekündigt. Der Franzose, der unter anderem in der Carnegie Hall in New York Konzerte gespielt hat, ist auf eine Stilrichtung nicht festgelegt. Im Repertoire für sein Instrument hat er Werke der Renaissance und aus dem Barock, aber auch Kompositionen des Jazz. Mit Goran Krivokapic aus Montenegro engagierte er einen Kollegen von der Kölner Hochschule für Musik, Abteilung Wuppertal. Er gilt als einer, der neue Maßstäbe in der Gitarrenwelt gesetzt hat.

Wenn man sich anschaut, an welch unterschiedlichen Orten Michael Langer bisher konzertierte, kann man nur Staunen. Der Österreicher spielte Solokonzerte im Konzerthaus in Wien. Er trat aber auch beim Chet Atkins-Festival in Nashville/USA auf. In Remscheid hat er die Fingerstyle-Gitarre im Gepäck. Eine Gitarre mit Stahlseiten. Eickholt ist voller Lob für Langer. Ihm gelänge es in seinen Arrangements die Liedmelodie, die Basslinien und die Begleitstimmen zu integrieren. „Handwerklich muss man schon ganz schon ausgebufft sein, um so etwas zu spielen“, sagt der Gitarrenprofessor.

An den Musikschulen in Deutschland gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gitarre und Klavier. Beide Instrumente liegen bei etwas über 14 Prozent auf der Beliebtheitsskala. Das Klavier hat leicht die Nase vorn. Nur ein bis zwei Prozent aller Musikschüler überlegen, Profimusiker zu werden. 70 bis 80 Prozent aller Bewerbungen für Gitarre an der Musikhochschule in Wuppertal scheitern. Wer es schafft, hat eine gute Voraussetzung für ein Leben als Berufsmusiker, das meist mit dem gesicherten bürgerlichen Leben und festem Einkommen wenig zu tun hat. Vier hoffnungsvolle junge Talente der Hochschule geben ein Konzert am Freitag, 3. Januar.

Die Jazz-Rock-Fusion-Band „loopz in aspic“ spielt bei dem Gitarrenfestival in der Akademie Küppelstein am 2. Januar. Insgesamt gibt es in der ersten Januarwoche vier Konzerte. Foto: Akademie

Bei dem pädagogischen Angebot während der Festival-Woche geht jedem jungen und auch älteren Musiker das Herz auf. Zwölf Dozenten geben Unterricht, für Einzelne, für Duos, für Ensembles und für Bands Und alles endet wahrscheinlich wieder mit einer Jam-Session in der Kellerbar.