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TV Ratingen und MTG Horst trennen sich in der Verbandsliga 27:27

Handball : Metelmann ist für den TVR unbezahlbar

Torjäger Moritz Metelmann trifft für den TV Ratingen zum 27:27-Endstand gegen die MTG Horst. Es ist ein sehr wichtiger Punkt im Abstiegskampf der Handball-Verbandsliga. „Das Ergebnis ist gerecht. Es standen sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe gegenüber, genau wie es die Tabelle aussagt“, findet TV-Chef Marcus Otten.

Drei Sekunden waren noch zu spielen im Verbandsliga-Heimspiel des TV Ratingen gegen die punktgleiche MTG Horst. Die Ratinger lagen 26:27 hinten, sie holten einen Freiwurf heraus. Nun also die letzte Chance, die Heimschlappe zu verhindern. Sie verhielten sich dabei überaus geschickt. Moritz Metelmann wurde freigesperrt, der baumlange Linkshänder stieg hoch und knallte die Kugel in die Maschen. 27:27, Abpfiff, alle waren happy. Der Turnverein hatte ein längst verloren geglaubtes Heimspiel noch halbwegs gedreht, im Abstiegskampf den dritten Heimpunkt eingefahren, und auch die Gäste besaßen keinen Grund, traurig zu sein. Ihnen war ein rundherum gutes Auswärtsspiel gelungen, und die TV-Fans, Essener Zuschauer waren nicht zu erkennen, begleiteten sie mit reichlich Applaus in die Kabinen. Es boten sich 60 Minuten von höchster Dramatik.

Die beiden Trainer hatten sich eine auch erwartete Taktik erdacht. Metelmann wurde gleich in Manndeckung genommen, und auf Horster Seite deren großer Torjäger Paul Griese. Metelmann stand nun vor der Wahl: Sich hinten zurückhalten und so seinen Nebenspielern mehr Platz ermöglichen, oder sich Richtung Kreis arbeiten, um von dort treffen zu können. So konnten sich seine Kameraden erst einmal etwas absetzten (5:3/ 8.), zwei Metelmann-Treffer waren auch dabei. In der Folge bestimmte allerdings Horst das Geschehen. Ratinger Tore waren nun Mangelware, auch hinten wirkte das Team verunsichert. Bei 10:13 setzte Trainer Jörg Schomburg seinen Assistenten Chris Schweinsberg ein (21.). Das verlieh neue Kräfte, es gelang eine 15:14-Führung. Hier traf von links der starke Benny Heimes (33.).

Aber diese MTG Horst kann guten Handball spielen. Warum das Team so tief unten steht, wie auch der Turnverein, ist schwer erklärlich. Jedenfalls lagen die Ratinger nach 48 Minuten 19:21 hinten. Max Beckmann hämmerte nun einen Strafwurf an die Latte, und auch bei 21:23 (55.) sah es nicht gut aus. Metelmann musste sich im „Niemandsland“ aufhalten (fortwährende Manndeckung), aber Schweinsberg nahm sich nun ein Herz und verkürzte auf 22:23 (56.). Dann 23:25, es änderte sich kaum etwas, der Turnverein steuerte anscheinend auf seine dritte Heimniederlage hin. Mit einem 26:27 ging es in die Schlussminute, Horst hatte den Ball. Essens Trainer nahm die Auszeit, dennoch konnten die Ratinger die Kugel 18 Sekunden vor dem Ende erobern. Die Grundlage zur späteren Punkteteilung.

Masseur Wolfgang Heitbrink brach in grenzenlosen Jubel aus: „Der Mo ist einfach unbezahlbar“, meinte er über Metelmann. Dann weiter: „Und das schon seit Jahren.“ Auch Boss Marcus Otten freute sich: „Das Ergebnis ist gerecht. Es standen sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe gegenüber, genau wie es die Tabelle aussagt.“ Schomburg sagte: „Kampfgeist und der Wille zum Erfolg, das stimmte. Klar, zwei Punkte wären mir lieber gewesen, nun aber sind wir alle froh, dass es wenigstens zum Unentschieden gereicht hat.“