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SG Ratingen II, TV Ratingen und TuS 08 Lintorf wieder im Einsatz

Nach der Corona-Pause : Zurück im Handball-Wettkampf

Die Verbandsliga Gruppe 2 ist am Samstag gestartet, die SG Ratingen II verschenkte beim 27:27 gegen Wuppertal II den Sieg. Der TV Ratingen verlor hoch in Überruhr, das nächsten Samstag beim souverän siegreichen TuS 08 Lintorf antritt.

Zum Verbandsliga-Auftaktsieg hat es für die SG Ratingen II nicht gereicht im Heimspiel gegen den LTV Wuppertal II, aber den Gastgebern muss dennoch eine gute und vor allem höchst engagierte Leistung bescheinigt werden. Man trennte sich gerecht 27:27 (14:15), wobei die Ratinger am Ende einem Sieg etwas näher waren. Nach dem Wuppertaler 27:27-Ausgleichstreffer hatte die SG-Reserve noch 34 Sekunden Zeit, um sich beide Punkte zu sichern. Trainer René Osterwind nahm die Auszeit, ließ nun risikobereit ohne Torwart und dafür mit sieben Feldspielern angreifen, aber die Gäste vernagelten ihr Gehäuse mit allen Mitteln, die erlaubt sind. Da gab es kein Durchkommen, und so muss die Punkteteilung als völlig gerecht bezeichnet werden.

Vor der Pause taten sich die Ratinger schwer, in der Regel führte die LTV-Reserve. Aber Ratingen steigerte sich erheblich. Die Regionalliga-Reserve bot bis in die Endphase guten Handball, lag oft mit zwei Treffern vorne, aber dann 25:26 zurück in der 56. Minute. Da mussten noch einmal die letzten Kräfte mobilisiert werden. Recht ordentlich spielte Keeper Alex Schmitz (17 Paraden), aber er lässt immer noch zu viele einfache Bälle passieren. Dann zeigten die Zugänge Simon Karpstein und Hendrik Stock gute Vorstellungen. Und Niklas Wergen spielte so, wie man es von ihm kennt: Einiges Licht mit seinen vier Treffern, aber acht Fehlwürfe, das ist zu viel.

Zufrieden war dann auch Trainer Osterwind nur bedingt: „Unserem Angriffsspiel war anzusehen, dass wir keine gute Vorbereitung hatten. Da steht noch viel Arbeit an. Das Abwehrspiel konnte sich sehen lassen. In der zweiten Hälfte, als Wuppertal durch ein Tief musste, da fehlte uns die Kaltschnäuzigkeit. Da hätten wir entscheidend davonziehen können.“

Für den TV Ratingen bleibt es dabei: An der Klapperstraße in Überruhr ist er ein ganz treuer Punktelieferant. So auch am Samstagabend, als die Grün-Weißen nicht die Spur einer Chance besaßen. Sie unterlagen gegen eine allerdings starke SGÜ 19:34 (8:14), und wenn die Gastgeber dieses Spiel 60 Minuten lang ernster genommen hätten, der TV Ratingen hätte noch erheblich höher verloren. Es war ein Klassenunterschied. Von Beginn an. Als die Ratinger Mitte der zweiten Hälfte auch noch müde wurden, da mochte man kaum noch hinschauen. Resignation pur war überall erkennbar.

Die SG Überruhr hat eine starke Abwehr. Lars Kürten und Kay Sodys zogen im Mittelblock ein Spiel auf, das den Ratinger Rückraum total überforderte. Und da weder vom Kreis noch von Außen Gefahr erstellt wurde, war es ein völlig einseitiges Match. Immerhin stellte sich nach diesem Auswärtsdebakel das Trainerteam zur Rede. Co-Trainer Chris Schweinsberg musste lange nachdenken, ehe er etwas aussprach: „Wir trafen vor allem im Angriff ständig die falschen Entscheidungen und konnten auch vom Tempo her nicht mithalten.“ Und Jörg Schomburg, der Cheftrainer: „Wenn ich ehrlich sein soll, dieses Szenario hatte ich mir so vorgestellt. Aber alles auf die schlechte Saisonvorbereitung zu schieben, ist auch verkehrt. Es war schlimm.“

Der TuS 08 Lintorf freut sich jetzt schon auf den kommenden Samstag. Dann kommt diese bärenstarke SG Überruhr an den Breitscheider Weg (18 Uhr). „Wir haben uns aber auf dieses Topspiel richtig eingeschossen“, freute sich Trainer Ralf Trimborn nach dem 30:19-Kantersieg bei seinem alten Verein TG Cronenberg. Dieses Auswärts-Match an alter Wirkungsstätte begeisterte ihn. Und Manager Kalle Töpfer, der erst die SG Ratingen II beobachtete und dann im Eiltempo Richtung Wuppertal düste, der stellte klar: „Wir haben alles getan, dass viele Zuschauer in unsere Halle kommen. Die brauchen wir dringend.“ Es werden viele kommen, das steht fest.

Denn seine Lintorfer lieferten eine Galavorstellung. Ganz stark erst einmal Schlussmann Aaron Hallfeldt, der 24-jährige Erkarther ist in Bombenform. Zudem konnte er sich auf seinen Innenblock verlassen, wo Max Strunk und Andy Kropp kaum etwas durchließen. Und aus dieser starken Deckung stachen immer wieder die Lintorfer Gegenstöße. Cronenberg, eigentlich recht heimstark, war von Beginn an chancenlos. Der junge Rechtsaußen Philipp Becker warf in der 56. Minute zum 29:19 ein, das war es, was die Grün-Weißen anstrebten – einen Zehn-Tore-Auswärtssieg. Vincent Rose war der gefährlichste Angreifer, sieben Bälle setzte der Mönchengladbach-Heimkehrer den Gästen in die Maschen.