Ratingen: Bürger können sich künftig Autos teilen

Ratingen: Bürger können sich künftig Autos teilen

Am Samstag wird der Düsseldorfer Platz eröffnet. Er erhält auch einen Stellplatz für den Miet-Pkw, der dort stationiert wird.

Mit viel Unterhaltungsprogramm wird der Düsseldorfer Platz am Samstag eröffnet: "Wir begrüßen diesen neuen modernen Umsteigebahnhof," sagt Hermann Pöhling von den Ratinger Grünen. "Es sind hervorragende Umsteigemöglichkeiten von Bus in Stadtbahn oder aufs Fahrrad entstanden." Für die Räder gibt es überdachte Abstellmöglichkeiten und bald kommen noch abschließbare Fahrradboxen hinzu. "Der Düsseldorfer Platz erfährt am Samstag aber noch ein neues Angebot, was einem solchen Knotenpunkt nur gerecht wird," freut sich Pöhling, "auf Grünen-Initiative hin erhält Ratingen an insgesamt drei Standorten Car-sharing."

Der Begriff rührt her von share/teilen. Besonders in Großstädten wie Düsseldorf, Dortmund und Bochum wird das Angebot von Menschen genutzt, die zumeist per Rad oder Bus und Bahn mobil sind. Dort sparen sich viele den Zweit- oder Erstwagen und nutzen lieber das Angebot, kurzfristig ein Fahrzeug zu mieten - dann, wenn Bedarf nach einem Pkw da ist. "Wenn man überlegt, dass ein Privat-Pkw in der Regel 23 Stunden und 10 Minuten täglich ungenutzt steht, ist diese vielfältige Mobilitätsform eine sinnvolle und Ressourcen sparende Alternative", findet nicht nur der Grüne Politiker. "Eine sachkundige Bürgerin hat den Kontakt zum Unternehmen Greenwheels hergestellt, und wir haben die Verwaltung davon überzeugt, drei Stellplätze für Mietautos einzurichten" erklärt Pöhling.

Ratinger Bürger haben ab Samstag die Möglichkeit, sich ein Fahrzeug stundenweise zu mieten. "Die Durchschnittsmiete geht über circa drei bis vier Stunden und 30 Kilometer Fahrt", sagt Jamel Otmane, Vertriebsleiter bei Greenwheels. Der Autovermieter berechnet 24 Cent pro gefahrenem Kilometer und 2,49 Euro pauschal pro Stunde. Die Firma kooperiert mit der Rheinbahn und dem VRR und will in Ratingen für zunächst ein Jahr testen, ob es sich rentiert, dort Fahrzeuge zu stationieren: "Wir stellen an drei Standorten je einen Wagen auf - einen Golf und zwei Ups", erzählt Otmane, der am Samstag Interessierten erklären will, wie das Carsharing funktioniert. Buchbar sind die Benzin getriebenen Fahrzeuge nach Anmeldung im Internet über die Greenwheel-App und später auch über die Ratingen App. Geöffnet werden sie mit einer Kundenkarte oder der App. Die Fahrzeuge sind an derselben Station wieder abzugeben, ohne zu tanken, das ist im Preis mit drin. Stationiert sind die Wagen spätestens ab Montag am Düsseldorfer Platz, am gut zu erreichenden S-Bahnhof Ost (Josef-Schappe-Straße vor dem Griechen) und - in Ratingen-Lintorf - am Konrad-Adenauer Platz Richtung Speestraße.

Martin Willke, Verkehrsplaner bei der Stadt Ratingen, hofft, dass möglichst viele Ratinger von dem neuen Angebot Gebrauch machen: "Wir machen das wegen des Klimaschutzes. Ein Mietwagen ersetzt rein rechnerisch acht Fahrzeuge. Wir glauben nicht, dass deswegen Erst-Wagen abgeschafft werden. Wir hoffen aber, dass nicht nur junge Leute davon Gebrauch machen, sondern dass vielleicht der eine oder andere Zweitwagen in Ratingen abgeschafft wird."

Das hofft auch die Fraktion der Ratinger Grünen, die sich auch über die schnelle Umsetzung ihrer Initiative freut.

(ilpl)