Ratingen: Umbau des Familienzentrums beginnt

Ratingen: Umbau des Familienzentrums beginnt

Gestern war erster Spatenstich für das Millionenprojekt in der Oberilp. Ein Jahr werden die Arbeiten vermutlich dauern.

Das riesige Schild an der Hunsrückerstraße im Stadtteil Oberilp mit dem Hinweis, was auf dem dahinter liegenden Gelände um- und angebaut werden soll und wer daran alles beteiligt ist, ist nicht zu übersehen. Die Größe der Tafel ist wohl auch der finanziellen Beteiligung des Bundes geschuldet, der sich die Neugestaltung des Familienzentrums drei Millionen Euro an Fördergeldern kosten lässt.

Gestern nun trafen sich die Beteiligten in der ehemaligen Regenbogenschule zum symbolischen ersten Spatenstich. Verstärkung bekam Bürgermeister Michael Beck dabei von Kindern der Kita "Unterm Himmelszelt" die mit kleinen Spaten begeistert in dem eigens für die Aktion angeschütteten Sandberg gruben. Sie werden nach der Fertigstellung der gesamten Räumlichkeiten dort eine neue Heimat finden. Auf insgesamt 1600 Quadratmetern werden vier Nutzer-Einheiten unter einem Dach zusammen geführt. Den größten Teil wird die Kindertagesstätte einnehmen, die im östlichen Teil des Gebäudes einziehen wird, Stadtteilbüro, Diakonie Beratungsstelle und Gesundheitsamt werden im westlichen Gebäudetrakt ihre Arbeit aufnehmen.

Im topgrafisch anspruchsvollen Außenbereich, für dessen Gestaltung das Landschaftsbüro Drecker verantwortlich ist, wird es weniger Beton dafür mehr Rasen, Spielgeräte wie einen Matschtisch mit Wasseranschluss oder Klettergeräte geben, sowie eine Jugendecke.

Doch das ist noch Zukunftsmusik, denn die Arbeiten werden voraussichtlich ein Jahr lang dauern. Aber Michael Beck war gestern froh, dass es jetzt überhaupt losgehen kann. "Viele haben schon gefragt, ob das denn noch mal was wird", sagte er. Die sichtbare Antwort gestern war ja. In einem Raum der ehemaligen Schule hingen die Pläne aus, die Architektin Ute Piroeth und ihr Team erarbeitet hatten. Darauf ist nicht nur zu erkennen, wie die Gebäude künftig aussehen sollen und wie sie angeordnet sind, sondern dort wird auch die Bauweise beschrieben. Denn die in den 1970er Jahren gebaute Schule wird bis auf den Rohbau zurückgebaut. Die Stützen des Gebäudes sollen erhalten bleiben, ebenso die Skelettbauweise.

Was 1972 mit viel Glas und als vorbildlich für eine Schule gebaut wurde, ist heute kein schöner Anblick mehr, vor allem seitdem die Schule dort ausgezogen ist. Das soll sich mit der Sanierung ändern. Was dagegen bleibt, weil es sich seit den 90er Jahren bewährt hat, ist die Stadtteil-Solzialarbeit und die damit verbundenen niederschwelligen Bildungsangebote. "Hier gab es eine Über-Mittag-Betreuung mit besonderer schulischer Förderung schon, bevor es den Offenen Ganztag überhaupt gab", erinnerte Michael Beck.

Für die Stadt Heiligenhaus ist die Förderung des Bundes schon so etwas wie ein Sechser im Lotto. Denn für das Programm waren bundesweit lediglich 100 Millionen Euro im Topf. "Davon hat Heiligenhaus drei Millionen bekommen", für Beck keine Selbstverständlichkeit. Um so mehr freuten sich gestern alle, dass es nun endlich losgeht. Auch die kleinen Bauhelfer, die dann in einem Jahr noch einen schöneren Platz zum Spielen haben werden als den Sandhaufen.

(RP)