Radevormwald: Drei Freunde auf Erfolgskurs

Radevormwalder Sportnachwuchs : Drei Freunde auf Erfolgskurs im Kanu

Die Brüder Lucas und Leo Korn sind mit Yannik Schrankel die Leistungsträger des VfK Wuppertal. Die Schüler aus Radevormwald träumen von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen. Dafür müssen sie aber hart trainieren.

Der Kanu-Rennsport ist die Leidenschaft von Lucas und Leo Korn und ihrem Freund Yannik Schrankel. Alle drei kommen aus Radevormwald und haben vor vier Jahren ihren Weg in den Verein für Kanusport Wuppertal (Vfk) gefunden. Schnell zeichnete sich ihr Talent und ihre Leistungsfähigkeit ab. 2019 erreichten die Brüder viele Erfolge. Über die Westdeutsche Meisterschaft qualifizierten sie sich für die Deutsche Meisterschaft und wurden im Zweier jeweils Dritter über 500, 1000 und 5000 Meter.

„Das war ein großer Erfolg für uns, jetzt träume ich davon, vielleicht schon 2020 an der Europameisterschaft teilzunehmen“, sagt Lucas Korn (16). Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Leo konnte dieses Jahr an den Olympic Hope Games in Bratislava teilnehmen. Mit dieser Teilnahme ist er an der Spitze seiner Altersklasse angekommen. „Das war echt eine tolle Erfahrung. Die Olympic Hope Games sind eine internationale Regatta, an der die Besten teilnehmen. Ich gehöre da zu der Jugendnationalmannschaft“, sagt der 14-Jährige. Genau wie sein Bruder und Yannik Schrankel will er eines Tages an den Olympischen Spielen teilnehmen. Das Ziel haben alle drei fest im Blick.

In den Herbstferien ist die einzige Zeit, in der die Gymnasiasten nicht trainieren. Im Rest des Jahres steht fünf bis sechs Mal in der Woche mehrstündiges Training auf dem Programm, das den jungen Männern alles abverlangt. „Wir sind pro Trainingseinheit eine Stunde auf dem Wasser und gehen in der anderen Phase joggen und verbringen sehr viel Zeit im Kraftraum. Leistungssport ist extrem zeitintensiv und verlangt Disziplin“, sagt Lucas Korn. Beides, die Vorbereitung auf das Abitur und den Leistungssport, unter einen Hut zu bekommen, ist für alle drei Kanurennsportler eine Herausforderung. „Ich muss mich im nächsten Jahr entscheiden, welchen Fokus ich setze. Freizeit haben wir eigentlich überhaupt nicht“, sagt Lucas Korn. Der Traum von Olympia ist allerdings größer als das Stresslevel, das die jungen Sportler bewältigen müssen. Sie wünschen sich, dass der Kanurennsport in Westdeutschland mehr Anerkennung bekommt und intensiver gefördert wird. „In Ostdeutschland oder in anderen Ländern ist das ganz anders, der Sport ist da längst kein Nischensport mehr“, sagt Yannik Schrankel. „Wenn wir im Fußball so gut wären, wie im Kanurennsport, könnten wir schon längst von dem Sport leben und würden mehr Anerkennung bekommen“, sagt Leo Korn. Er stößt mit seinem Sport immer noch regelmäßig auf Unverständnis. Unterstützt werden alle drei aber von ihren Familien.

Lucas und Leo Korn sind durch den Leistungssport mehr als Brüder geworden. Sie sind Konkurrenten. Beide haben klare Strategien entwickelt, um richtig mit dieser besonderen Situation umzugehen. „Auf dem Land sind wir Freunde und helfen uns, auf dem Wasser treten wir in einen Konkurrenzkampf. Jeder trainiert für sich“, sagt Lucas Korn. Die großen Erfolge gönnt er seinem jüngeren Bruder aber trotzdem. „Für mich ist das ein Ansporn. Wenn ich besser seien kann, als mein Bruder ist das eine gute Motivation“, sagt Leo. Die Brüder sind deutschlandweit für ihre sportlichen Erfolge bekannt und haben eine tatsächliche Chance darauf, eines Tages bei den Olympischen Spielen zu starten. Bis dahin trainieren sie weiter sechs Mal die Woche und treten jede Regatta mit viel Ehrgeiz an. Der Beyenburger Stausee bietet den optimalen Rahmen für ein zielführendes Training.