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Neuss: "Skihalle steht für innovative Konzepte"

Neuss : "Skihalle steht für innovative Konzepte"

Das Geschäftsführer-Duo der Allrounder-Unternehmensgruppe erklärt, wie es jährlich 4400 Veranstaltungen an Land zieht.

Herr Janz, Herr Pollen, im Herbst 2011 haben Sie Ihr Hotel "Fire & Ice" an der Skihalle eröffnet. Die Kritiker jubeln. Ist auch die Auslastung gut? Wie hoch ist die Belegungsquote?

Johannes Janz Betriebswirtschaftliche Zahlen veröffentlichen wir traditionell nicht. Auch da sind wir ein Familienbetrieb. Aber ich kann sagen: Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Die Zufriedenheit der Gäste ist exorbitant gut. Das ist entscheidend. August Pollen Wie in fast allen Familienbetrieben stellen auch wir die Mitarbeiter ins Zentrum. Unsere Mitarbeiter sind der Garant dafür, dass die Qualität und die persönliche Atmosphäre stimmen. Alle im Team identifizieren sich mit unseren Angeboten rund um die Freizeitgestaltung unserer Gäste und mit unserem Unternehmen. Darum ist bei unserem Personal die Fluktuation gering — das merken die Gäste.

Wie schaffen Sie dieses Wir-Gefühl? Oder bezahlen Sie besser als andere?

Janz Zunächst leben wir vor, was wir auch unseren Mitstreitern vermitteln möchten: Wir wollen in unserem Job die besten sein! Ja, dann zahlen wir dem Mitarbeiter gern mehr, der auch mehr leistet. Aber es gibt weitere Anreize: Alle Mitarbeiter dürfen alle Einrichtungen des Hauses benutzen. Im Sessellift kann der Gast also auch einmal neben dem Fahrer des Pistenbullys sitzen. Wir finden das gut, weil so unsere Mitarbeiter unserem Unternehmen ein Gesicht, eine persönliche Note geben. Und letztlich investieren wir viel in die Fortbildung des Teams.

Welche neuen Angebote gibt es in und an der Skihalle?

pollen Unsere Kinder- und Anfängerpiste wird sehr gut angenommen. Auch die Rodelbahnen sind eine Attraktion. Neu ist unsere Eisstock-Arena, die es seit Anfang Dezember gibt. Die vier Bahnen werden von Gruppen ab sechs Personen gebucht. Das ist auch ein Angebot an Menschen, die nicht so sportlich sind und sich nicht auf Skier stellen.

Die Neusser Skihalle ist inzwischen zwölf Jahre alt. Sie haben Ihr Angebot kontinuierlich weiterentwickelt. Wie haben sich die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren entwickelt?

Pollen Bei uns sind die Besucherzahlen seit der Eröffnung annähernd stabil. Aber der Neuigkeitswert ist natürlich längst verbraucht. Darum müssen wir uns ständig verbessern, um attraktiv zu blieben.

Die Konkurrenz schläft nicht ...

Janz Wir schielen nicht zur Konkurrenz, sondern orientieren uns an den Bedürfnissen unserer Gäste und zum Beispiel den Erfahrungen unserer Partner im Salzburger Land. So sind bei uns schon viele innovative Konzepte entstanden, die auch von anderen übernommen wurden. Neuer Wettbewerb im Skihallenbereich kündigt sich aktuell nicht an. Dies liegt wohl insbesondere daran, dass die Investitionen erheblich sind.

Und wie sieht es um die Investition Ski-Weltcup in Düsseldorf aus?

pollen Als wir anfingen, wollten wir in den Köpfen der Menschen verankern, dass Nordrhein-Westfalen ein Wintersportland ist. Dafür haben wir zehn Jahre den Skilanglauf-Weltcup in Düsseldorf ausgerichtet. Dem Ziel sind wir ein ganzes Stück näher gekommen, so dass wir mit dieser Art Event eine kreative Pause einlegen können. Janz Biathlon auf Schalke. Vor zehn Jahren war das eine bescheuerte Idee. Heute ist das normal. Jetzt denken wir wieder nach. Ich verspreche: Es wird bald wieder einen schönen Event von uns geben. Mehr verraten wir nicht.

In und an der Skihalle ist dank Kletterpark, Biergarten oder Hotel immer Saison. Sie haben aus einzelnen Angeboten ein Gesamtkunstwerk gemacht. Belohnt das der Gast?

pollen Bei uns wurden im vergangenen Jahr 4400 Veranstaltungen eingebucht — ohne Kindergeburtstage. Das sind zwölf Veranstaltungen am Tag. Wir verstehen das als Belohnung für unsere Philosophie: Wir nötigen niemanden, bei uns Geld auszugeben. Wir erheben keine Parkplatz-Gebühr. Bei uns dürfen Mädchen und Jungen auch auf dem Kinderspielplatz toben, ohne dass die Eltern etwas verzehren.

Sie planen nichts Neues? Das können wir nicht glauben!

jANZ Wir wollen nicht scheinen, sondern sein. Wir haben viele Ideen, aber wir können nicht alles auf einmal machen. Die Eisstock-Arena ist zudem ja ganz neu und macht den Gästen viel Spaß. Pollen Wir werden einen Teil des Biergartens überdachen, damit unsere Gäste verlässlicher Events planen und wir bei Regen flexibler reagieren können. Es wird eine leichte, helle Baulösung, so wie sie auch in den Bergen eingesetzt wird und das Dach wird zu öffnen sein. Janz Jedes Jahr investieren wir ins Produkt, um die Qualität weiter zu verbessern. Nebenbei bemerkt: Die Erneuerung der Skihallen-Beleuchtung durch energieeffiziente und helle LED-Leuchten kostet mal eben so viel wie ein schönes Ein-Familien-Haus — viel Geld.

Wer bundesweit den Namen Neuss hört, der denkt zuerst an die Skihalle. Das sagen zumindest auch aktuelle Umfragen. Würdigt die Stadt in Ihren Augen ausreichend, dass Sie mit der Skihalle den Botschafter Nummer 1 hingestellt haben und auch attraktiv halten?

Janz Wir fühlen uns am Standort sauwohl und sind froh, mit unserer Idee in Neuss gelandet zu sein. Wir werden gehört, wahrgenommen und unterstützt. Neuss hat viel zu bieten und wir steuern gern unseren Teil dazu bei. Pollen Es läuft mit dem Rathaus alles professionell und nach Möglichkeit partnerschaftlich, so wie sicherlich mit allen anderen Unternehmen in der Stadt auch. Wir wollen nicht, dass für uns eine Sonderlocke gedreht wird. Umgekehrt kann uns keiner vorwerfen, dass wir uns ins Rampenlicht drängen. Wir kümmern uns um unser Geschäft — und da haben wir noch viel vor. Das Jahr ist ja noch jung.

LUDGER BATEN FÜHRTE DAS GESPRÄCH

(NGZ/rl)