Jüchener des Kindesmissbrauchs beschuldigt Elternabend nach Missbrauchsfall

Jüchen · Die Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs – beschuldigt ist ein ehemaliger Jüchener Jugendbetreuer – laufen. Bei einem Abend der evangelischen Kirchengemeinde sowie des Opferschutzes der Kreispolizei und der Kinderschutzambulanz boten sich die beiden Einrichtungen besorgten Eltern als Anlaufstellen an.

 Die Kriminalpolizei ermittelt gegen einen ehemaligen Kinderbetreuer. Er soll einen heute zehn Jahre alten Jungen missbraucht haben (Symbolfoto).

Die Kriminalpolizei ermittelt gegen einen ehemaligen Kinderbetreuer. Er soll einen heute zehn Jahre alten Jungen missbraucht haben (Symbolfoto).

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Polizei und Staatsanwaltschaft mauern, geben so gut wie keine Auskünfte im Missbrauchsfall an einem Jungen aus Jüchen – aus Gründen des Opferschutzes, wie es heißt. Die Ermittlungen im Falle des wegen Kindesmissbrauchs beschuldigten ehemaligen Jüchener Jugendbetreuers laufen aber. Fakt sind auch die Sorgen der Eltern, denn der 34 Jahre alte Beschuldigte war aktiv in der evangelischen Jugend in Jüchen, bei Hoch3, bei den Otzenrather Pfadfindern und bei den Schützen. Die Sorgen der Eltern aufzufangen und Hilfestellung zu geben im Umgang mit ihren Kindern, darum ging es jetzt bei einem Abend der evangelischen Kirchengemeinde, des Opferschutzes der Kreispolizei und der Kinderschutzambulanz.

Zwar gehen die Organisationen, in denen der Beschuldigte als ehrenamtlicher Mitarbeiter oder Honorarkraft tätig war, bis dato davon aus, dass er sich dort nicht strafbar gemacht, wohl aber Kontakte geknüpft hat. Die von ihm zugegebenen, mehreren Missbräuche an einem heute Zehnjährigen sollen bei Besuchen des Beschuldigten im privaten Umfeld des Jungen geschehen sein. Da jedoch umfangreiche Befragungen der Kripo in den Jugendeinrichtungen laufen, ist die Unruhe in Jüchen entsprechend groß. Laut Kirchenkreis-Sprecherin Angela Rietdorf sei aber beim Elternabend seitens der Polizei erneut betont worden, man gehe bislang von keinen Missbrauchstaten innerhalb der Jüchener Kinder- und Jugendarbeit aus.

Unter den Besuchern des Elternabends seien auch etliche ehrenamtliche Mitarbeiter der evangelischen Jugend gewesen. Die Fragen der Eltern seien eher allgemein gehalten gewesen, nicht aus unmittelbarer Betroffenheit, schilderte Rietdorf. Allerdings seien die grundsätzlichen Fragen, wie man Missbrauchshinweise erkennt und wie man darüber mit seinem Kind spricht, von den Experten in ihren Vorträgen beantwortet worden. 

„Besonders hilfreich waren auch die Tipps des Mitarbeiters der Kinderschutzambulanz, man konnte ihm die Erfahrung mit dem Thema deutlich anmerken“, berichtete Rietdorf. Die dem Lukus-Krankenhaus angeschlossene Kinderschutzambulanz in Neuss wäre damit neben dem Opferschutz der Polizei auch die Anlaufstelle für Eltern, Kinder, aber auch für Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit, wie beim Informationsabend der evangelischen Gemeinde betont wurde.

Ambulanz für Kinderschutz 02131 / 98 01 94, aks@jugend-und-familienhilfe.de, Lukaskrankenhaus, Preußenstraße 84, Haus 5, 41464 Neuss.

Opferschutz Kriminalhauptkommissarin Alexandra Krupp, Telefon  02131 300-2521, KHK Ira Klug, Telefon 02131 300-25515, beide auch zu erreichen per E-Mail an: Poststelle.Rhein-Kreis-Neuss@Polizei.NRW.de.