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Neuss: Neue Brücke überspannt Hafenbecken I

Neuss : Neue Brücke überspannt Hafenbecken I

Der Planungsausschuss berät heute gleich drei Vorhaben, die das Umfeld des Hafenbecken I radikal verändern werden.

Die Hafensilhouette bekommt einen neuen Blickfang: eine Brücke. Mit einer Spannweite von 80 Metern wird sie die beiden Ufer des Hafenbecken I verbinden und den Neussern Möglichkeiten für ganz neue (Spazier)-Gänge eröffnen. Heute soll sie im Planungsausschuss vorgestellt werden, doch auch gestern Abend waren die Feinplanungen noch nicht beendet. "Wir wollten eigentlich keine Zwischenstände präsentieren", sagt Planungsdezernent Christoph Hölters. Und muss es doch tun.

Den Aufwand erklärt die Besonderheit der Brücke, die von der Stadthafen GmbH, einer städtischen Tochtergesellschaft, gebaut und bezahlt und in deren Auftrag von dem Architekten Ercan Agirbas entworfen wird. Denn sie muss nicht nur den Vorgaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes entsprechen, das zu jeder Zeit eine ausreichende Durchfahrthöhe für Schiffe verlangt, sondern sich stadtseitig in die Planungen der Werhahn KG einfügen, die am westlichen Rand auf einer Brachfläche an Rheintorstraße und Düsseldorfer Straße ein neues Quartier für Wohnen und Gewerbe entstehen lässt. Am gegenüber liegenden Ufer wiederum soll sie nicht wie ein Fremdkörper im geplanten Insel- und Uferpark wirken und auch nicht die Verwaltungsgebäude der Firma Pierburg verdecken, die mit ihrem "Werk Niederrhein" vis-a-vis zur Innenstadt wahrgenommen werden will und entsprechend repräsentativ baut.

Die Anforderungen an die Brücke erklären sich aus der Besonderheit ihrer Lage. Denn an keiner anderen Stelle wird die Stadt in den kommenden Jahren so radikal ihr Aussehen verändern, wie rund um das Hafenbecken I. Große Planvorhaben belegen das. Der Masterplan, "Neuss an den Rhein" ist zu nennen, der heute ebenfalls den Planungsausschuss beschäftigt. In diesem Kontext wird die SPD einen städtebaulichen Wettbewerb für den Wendersplatz südlich des Hafenbecken I beantragten — nachdem der Projektentwickler "Kölbl Kruse" aus Essen dort nun doch kein Bürogebäude errichtet. Parallel verlangt die Bezirksregierung kurzfristig ein Konzept für eine Sanierung des östlichen Innenstadtrandes zwischen Hauptbahnhof und Romaneum, das bereits vorgenommene Veränderungen wie die Umgestaltung des Hafenkopfes und den Bau der Hafenpromenade integriert. Der Entwurf für ein solches Gesamtkonzept, das Grundlage eines (zuschussfähigen) Stadterneuerungsprogrammes sein soll, wird heute ebenfalls beraten.

Ein Projekt bei der Neugestaltung dieser Stadtkante ist das in Bau befindliche Kopfgebäude "Waterfront" an der Batteriestraße. Auch dieses wird mit einer Brücke an die Kernstadt angebunden, die die Fußgänger ans Wasser bringt, wo sie dann einen Spaziergang rund um das Hafenbecken machen können.

(NGZ/jco/url)