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Serie Senioren In Neuss (1): Neuss muss sich auf Senioren einrichten

Serie Senioren In Neuss (1) : Neuss muss sich auf Senioren einrichten

Jeder vierte Neusser ist 60 Jahre und älter. Dabei machen laut einer Statistik der Stadtverwaltung (Stand 1. Januar 2012) schon heute die Über-75-Jährigen neun Prozent der Gesamtbevölkerung aus. In einer Serie spürt die NGZ dem Wandel nach.

Laut einer Bevölkerungsprognose bis 2030 wird sich die Zahl der Gesamtbevölkerung in Neuss nur geringfügig verändern, nämlich von 153 664 in 2009 auf 152 378 in 2030. Dagegen ist die Veränderung der Altersstruktur gravierend. Die höchsten prozentualen Zuwächse hat die Altersgruppe der 75-Jährigen und Älteren zu verzeichnen, nämlich von 12 664 in 2009 auf 16 977 in 2030, was immerhin 34,1 Prozent ausmacht.

Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Die Zahl der 65-Jährigen und Älteren wird in diesem Zeitraum von 30 682 auf 35 842 wachsen. In den Stadtteilen Vogelsang, Grefrath, Hoisten, Reuschenberg, Selikum, Gnadental. Grimlinghausen sowie im Augustinusviertel macht der Anteil der 60-Jährigen und Älteren zurzeit sogar mehr als 29 Prozent der Einwohner aus. Viele dieser Menschen leben allein, weil der Partner gestorben ist, die Kinder längst aus dem Haus sind und irgendwo anders leben.

Diesen Menschen bieten unter anderem Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbände, Heimat- und Sportvereine unterschiedliche Aktivitäten wie Seniorenstuben, Tanzcafés, Internet- und PC-Kurse, Frühstücke, Stammtische, Sprach- und Kreativkurse sowie Ausflüge an. Eine im vergangenen Jahr vom Rat der Stadt gebildete Enquête-Kommission soll sich mit konkreten Handlungsempfehlungen für die Herausforderungen des Demografischen Wandels beschäftigen.

Über deren Pläne wird im zweiten Teil der Serie berichtet. Auch werden das Seniorenforum der Stadt sowie konkrete Angebote in einzelnen Stadtteilen vorgestellt. Die, das weiß Karin Kilb, Seniorenbeauftragte des Rates, seien recht unterschiedlich. Zwei Mal pro Monat, am ersten und dritten Donnerstag (13—15 Uhr), bietet sie im Seniorenforum an der Oberstraße eine Sprechstunde an. Hinkommen kann dort jeder, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Immer öfter stellt die engagierte Weckhovenerin fest, dass die Senioren nicht zu ihr kommen, weil sie eine konkrete Frage haben, sondern "weil sie jemanden brauchen, der ihnen zuhört", sagt die Stadtverordnete. Das stellen auch die Mitarbeiter der Hausnotrufe fest. "Wohnangebote im Alter" wird ebenfalls ein Thema der Serie sein.

(NGZ/jco)