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Erfttal: Kita aus Erfttal geht bei Therapien neue Wege

Erfttal : Kita aus Erfttal geht bei Therapien neue Wege

Das DRK-Familienzentrum Erfttal ist Teil eines NRW-weiten Pilotprojekts, das Logopädie, Ergo- und Physiotherapie in Kitas fördert.

Kinder frühzeitig zu fördern, sie schon in jungen Jahren fit und stark zu machen für die Zukunft – das sind die Ziele, die sich das DRK-Familienzentrum Erfttal gesetzt hat. Dazu gehören in der Kita Programme zur Sprach- und Bewegungsförderung, zur musikalischen Früherziehung und zum künstlerischen Gestalten. Jetzt ist die Kita Teil eines NRW-weiten Pilotprojekts unter dem Titel "Heilmittelversorgung in zertifizierten Familienzentren in Nordrhein".

Bei dem Projekt soll untersucht werden, wie sich therapeutische Angebote in den Kita-Alltag integrieren lassen. Konkret geht es dabei um Ergotherapie, Logopädie Physiotherapie. "Wir arbeiten bereits seit Jahren mit verschiedenen Praxen zusammen", erzählt Kita-Leiterin Hannegret Frohn. Regelmäßig kommen die Therapeuten zu dem Familienzentrum, fördern Sprache und Bewegung der Kinder. Es gibt sogar einen Shuttledienst, damit auch in den Praxen eine Behandlung der Kinder – in Begleitung ihrer Erzieher – möglich ist.

"Bislang haben wir das alles auf eigene Faust organisiert", sagt Frohn, die als Erzieherin immer dort ansetzt, wo die Kinder Hilfe benötigen. "Wenn ich sehe, dass Handlungsbedarf besteht, kann ich einfach nicht abwarten", erzählt sie schmunzelnd. Deswegen wird in dem Erfttaler Familienzentrum nun evaluiert, was bereits seit Jahren gut funktioniert: die Zusammenarbeit von privaten Therapiepraxen mit einer Kindertagesstätte. Ein entsprechender Vertrag mit der zuständigen Krankenkasse sei bereits unterzeichnet, erläutert Frohn das Projekt, das vom Landesfamilienministerium initiiert wurde.

"Für die Kinder hat es nur Vorteile, wenn es Therapieangebote in der Kita gibt", meint Frohn. Etwa dass sie nicht in fremden Räumen therapiert werden, sondern dort, wo sie sich wohlfühlen. Oder dass die Erzieherinnen die Kinder begleiten können, um ihnen Ängste zu nehmen. "Hinzu kommt, dass die Therapie abseits des Kindergartens meist am Nachmittag stattfindet", sagt Frohn. Dann aber haben gerade kleine Kinder schon einen langen Tag hinter sich, sind müde – "und das schadet letztlich dem Therapieerfolg", sagt Frohn. In Erfttal komme ein weiterer Faktor hinzu: Viele Kinder leben in bildungsfernen Familien, die entweder nicht mobil sind oder Schwierigkeiten haben, ihre Kinder individuell zu fördern. "Ihnen können wir helfen, indem wir in der Kita entsprechende Angebote machen", sagt Frohn.

Dass Kinder therapeutische Förderung brauchen, davon ist die Kita-Leiterin überzeugt. "Es geht vor allem darum, so früh wie möglich zu fördern, um die Entwicklung der Kinder zu verbessern", erläutert sie das Angebot, das im Erfttaler Familienzentrum derzeit 20 von 80 Kinder nutzen. Ihnen will Frohn vor allem auch vermitteln, dass es kein Nachteil ist, Hilfe anzunehmen. "Die Kinder gehen mit unseren Angeboten positiv um", sagt Frohn. "Sie merken, dass sich ihr Lebensgefühl durch die Therapie verbessert."

(NGZ)