Neuss: Schülertheater am Quirinus-Gymnasium

Schülertheater am Quirinus-Gymnasium: „Mein kleines dummes Herz“ als Bühnenstück in Neuss

16 junge Menschen mit Migrationshintergrund führten das Stück „Mein kleines dummes Herz“ auf.

Mit ihrer Bühneninterpretation des Romans „Mein kleines dummes Herz“ am Dienstag und Mittwoch haben 16 Kinder  und Jugendliche am Quirinus-Gymnasium eine klare Botschaft übermittelt: Aufstehen, Weitermachen, egal, was einem im Leben widerfährt. Sie unterstrichen das mit dem Lied „Steh auf, wenn du am Boden bist“ der Toten Hosen, das sie immer wieder lautstark und in den verschiedenen Muttersprachen der 10- bis 17-jährigen Schüler sangen. Kräftig unterstützt wurden sie dabei vom bunt gemischten Publikum.

In dem Theaterstück geht es um das Schicksal des afrikanischen Mädchens Sisanda, das einen angeborenen Herzfehler hat und dessen Arzt sich bei jedem Besuch wundert, dass es noch lebt. Zum Überleben benötigt sie dringend eine Herzoperation, die sich ihre bitterarme Familie aber partout nicht leisten kann. Als ihre Mutter, eine begeisterte Läuferin, von einem Marathon mit einem Preisgeld, das die Kosten der OP decken würde, hört, entschließt sie sich kurzerhand, daran teilzunehmen.Wenn auch über Umwege kann sie ihrer Tochter so die notwendige Therapie finanzieren. Sämtliche „Quirinus-Schauspieler“ sind Kinder und Jugendliche, die seit noch nicht einmal einem Jahr in Deutschland leben und aus verschiedenen Ländern und Kulturen stammen – beispielsweise aus China, Griechenland, Portugal, Kroatien, der Türkei, dem Iran oder sogar aus Syrien. „Mein Ziel ist, dass diese Kinder zeigen können , was in ihnen steckt“, sagt Torsten Götte, der seit 23 Jahren Kinder mit Migrationshintergrund am Quirinus-Gymnasium unterrichtet, um ihnen beispielsweise die deutsche Sprache beizubringen.

Die Idee zum Aufführen des Stücks kam beim Lesen des gleichnamigen Romans des französischen Autors Xavier-Laurent Petit im ersten Halbjahr dieses Schuljahres. Zusammen mit freiwilligen Helfern und der Schauspielerin Atischeh Hannah Braun wurde das Drehbuch geschrieben. Die Schüler übten das Stück innerhalb von 14 Tagen ein, zuletzt bekamen sie noch einmal professionelle Unterstützung. Insgesamt, betont Götte, ist das Ganze ein Gemeinschaftsprojekt, an dem auch ehemalige Schüler oder Lehrer mitgewirkt haben.

Der Gesang wurde vielfältig untermalt, das Publikum klatschte eifrig mit und neben zwei Gitarren war auch eine chinesische Geige zu hören.