Neusser Politiker verzichten auf Inlandsflüge

Antrag zur Nachhaltigkeit: Grüne fordern Verzicht auf Inlandsflüge bei Dienstreisen

Ob zum Städtetag nach Berlin, zur Immobilienmesse Expo Real nach München oder zum Hansetag nach Rostock: Bürgermeister, städtische Dezernenten aber auch die Stadtverordneten sind dienstlich viel unterwegs.

Künftig sollen sie dabei generell und ab sofort auf Inlandsflüge verzichten und den Zug nehmen. Das fordern Roland Kehl und Michael Klinkicht von der Ratsfraktion der Grünen.

Angeregt zu solchen Überlegungen wurden sie in der Woche der Nachhaltigkeit durch einen Vortrag  von Professor Niko Paech. Der hatte dargestellt, dass der Flugverkehr eine der Hauptursachen für den Klimawandel ist.

Um die Verzichts-Forderung der Grünen zu unterfüttern, verweist der Fraktionsvorsitzende Michael Klinkicht auf den Text des Landes-Reisegesetzes für Landes- und Kommunalbedienstete und Ehrenamtler. darin sei explizit vermerkt, dass Inlandsreisen mit der Bahn zu erfolgen haben und nur im (begründeten) Ausnahmefall mit dem Flugzeug angetreten werden dürfen. „Wir erwarten, dass sich die Verwaltung und Stadtverordneten an diese Vorgaben halten und erinnern daran, dass sich die Stadt per Ratsbeschluss den UN-Nachhaltigkeitszielen verpflichtet hat“, sagt Klinkicht. Und Kehl ergänzt: Solche Beschlüsse dürften keine Lippenbekenntnisse bleiben, ihnen müssten „in der Praxis Taten folgen“.

Peter Fischer versteht die Aufregung nicht. Die Beigeordneten wären schon jetzt meist mit dem Zug, unterwegs, Fliegen sei die Ausnahme. „Gerade Bürgermeister Reiner Breuer fährt viel Bahn“, sagte Fischer, weil er keinen Fahrer braucht – und in Ruhe arbeiten kann.

(-nau)