Neuss: GWG startet Wohnungsbau-Projekt in Neuss

Neubauten und Sanierungen in Neuss: GWG startet Nordstadt-Großprojekt

An der Fesserstraße/Ecke Römerstraße werden 53 neue Wohnungen gebaut und 32 weitere energetisch saniert. Außerdem entsteht eine Wohngruppe für an Demenz erkrankte Menschen. Am Mittwoch war Spatenstich.

Zweieinhalb Jahre hatte Kurt Münch (82) ausländische Nachbarn. Zumeist Syrer. Bis zu 65 Flüchtlinge lebten in dem ehemaligen Telekom-Gebäude mit 1000 Quadratmeter Nutzfläche an der Fesserstraße, Ecke Römerstraße. „Das war absolut korrekt“, sagt der Senior, „das Heim war in der Nachbarschaft kein Thema“. Das hört Stefan Zellnig von der Gemeinnützigen Wohnungs-Genossenschaft (GWG) gern. „Wir wollten unseren Beitrag leisten, Menschen in Not mit menschenwürdigem Wohnraum zu versorgen“, sagt der GWG-Vorstand, darum habe das Unternehmen der Stadt zum Jahreswechsel 2015/16 angeboten, dort Flüchtlingen zeitlich begrenzt eine Unterkunft zu geben. Die Stadt sei ein zuverlässiger Partner gewesen.

Das Intermezzo, das Zellnig als „Erfolgsgeschichte“ bezeichnet, ist nun wie geplant zu Ende. Die Flüchtlinge sind ausgezogen. Die Bauarbeiter kommen. Am Mittwoch erfolgte mit einem symbolischen Spatenstich das Startsignal für ein ehrgeiziges Projekt, bei dem 53 neue Wohnungen entstehen und 32 Einheiten energetisch saniert werden. Hinzu kommt eine Wohngruppe für an Demenz erkrankte Menschen.

Der aus Düsseldorf angereiste Staatssekretär Jan Heinisch lobte: „Das ist ein entscheidender Hebel für mehr Wohnungsbau in der Stadt: Vorhandene Grundstücke, die unter Wert genutzt werden, für hochwertigen Wohnungsneubau zu erschließen.“ Bei der Finanzierung helfe die Wohnraumförderung mit attraktiven Konditionen: „Trotz der aufwendigen Flächensanierung können das Land und die GWG den künftigen Bewohnern auf diese Weise langfristig bezahlbare Mieten garantieren.“

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Der zum Abriss vorgesehene Garagenhof befindet sich seit mehr als 50 Jahren im Besitz der GWG. Zusätzlich erwarb das Unternehmen vor drei Jahren das ehemalige Telekom-Bürogebäude in der Nachbarschaft, das zwischenzeitlich als Flüchtlingsheim genutzt worden ist. Diese Immobilie wird zu einem Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen umgebaut. Ferner wird die Genossenschaft in ihren Bestandsgebäuden an der Römerstraße 32 Wohnungen energetisch sanieren.

Der Bezug des Umbaus an der Fesserstraße 16 und der Neubauten mit den Hausnummern 18 bis 20 soll Ende 2019/Anfang 2020 möglich sein. Der Mietpreis für die öffentlich geförderten Wohnungen wird bei 6,20 Euro pro Quadratmeter liegen. Für die freifinanzierten Neubauwohnungen sowie die neuen Wohnungen in der umgebauten Fesserstraße 16 steht der Mietpreis noch nicht fest, er soll sich aber um neun Euro pro Quadratmeter bewegen. Das Gesamtinvestitionsvolumen – abzüglich der Buchwerte der energetisch zu sanierenden Häuser an der Römerstraße – beträgt rund elf Millionen Euro.

Das Großprojekt schafft auch eine neue Eingangssituation für die Furth. Das erfreut Bürgermeister Reiner Breuer. Die GWG errichte nicht nur dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum, sondern schaffe auch städtebaulichen Mehrwert: „Mit dem Neubau entsteht ein neues Markenzeichen für diesen Teil der Furth.“

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