1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Christliche Kirchen in Neuss: Zeichen der Ökumene bei Michaelsvesper

Christliche Kirchen in Neuss : Zeichen der Ökumene bei gut besuchter Michaelsvesper

Gemeinsames Gebet der Christen im Quirinusmünster. Monsignore Professor Stefan Heid aus Rom hielt eine bemerkenswerte Predigt über „leere Hände“.

Im gemeinsamen Gebet und der Feier der Ökumenischen Michaelsvesper im voll besetzten Quirinusmünster setzten Christen verschiedener Konfessionen ein Zeichen für die Ökumene in Neuss. Eingeladen hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Neuss. Katholische, evangelische und orthodoxe Christen betonten mit ihrer Teilnahme ihre Hinwendung zu Gott, unterstützt von zahlreichen Ritterorden, die mit in die Neusser Basilika einzogen und die Fürbitten sprachen. Bei seiner bemerkenswerten Predigt über „leere Hände“ stellte Monsignore Stefan Heid das Verhältnis der Menschen zu Gott in den Mittelpunkt.

Der Professor für Liturgiegeschichte und Hagiographie am Päpstlichen Institut für Christliche Archäologie in Rom war nach langer Zeit wieder einmal in Neuss, wo Heid als Diakon (1993/94) tätig war und von 1999 bis 2006 als Subsidiar in den Semesterferien Dienst an St. Quirin leistete. Seit 2011 ist Heid zudem Direktor des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, (RIGG) mit Sitz am Campo Santo Teutonico im Vatikan.

Der Glauben und damit die Beziehung zu Gott sei etwas, das mit der Hand zu greifen sei, so Heid in der Michaelsvesper: „Wir stehen nicht mit leeren Händen vor Gott, bringen etwas mit – uns“, so der Monsignore. Die Gläubigen seien tatkräftig, brächten etwas mit – das sollten sie auch, wie er auf die eher katholische Lesart einging: „Wir sollen von unserem Überfluss auch anderen etwas abgeben. Dann können wir uns gut fühlen.“ Mit einem Schlenker erwähnte Heid auch die „leeren Hände“, die nicht nur die Priester als Zeichen der Demut erheben und sich im Gebet ganz Gottes Größe und Barmherzigkeit anvertrauen: „Gott ist uns nah.“

Zu Beginn der Michaelsvesper hatte Hausherr, Oberpfarrer Monsignore Guido Assmann, die zahlreichen Besucher in St. Quirin willkommen geheißen und darauf hingewiesen, dass er zumindest einige Semester gemeinsam mit Stefan Heid in der Studienzeit am Albertinum in Bonn verbracht habe. Auch der griechisch-orthodoxe Erzpriester Panagiotis Tsoubaklis und der evangelische Pfarrer Sebastian Appelfeller trugen Gebete vor. Nach der Vesper bestand die Gelegenheit zum Gespräch im Kardinal-Frings-Haus. Bereits drei Tage zuvor hatte Stefan Heid auf Einladung der Bürgergesellschaft Neuss und der St. Quirinus’ Schötzejeselle über den Vatikan und seine Arbeit in Rom geplaudert, unterhaltsam moderiert von NGZ-Chefreporter und Schötzejeselle-Baas Ludger Baten.