Stefan Heid kehrt als Prediger zur Michaelsvesper nach Neusss zurück

Silbernes Priesterjubiläum : Aus dem Vatikan zur Michaelsvesper nach Neuss

Geboren in Hessen lehrt, lebt und wirkt er heute in Rom, in Eichstätt nahe Ingolstadt feierte er sein silbernes Priesterjubiläum, doch irgendwie ist er über all die Jahre ein „gefühlter Neusser“ geblieben: Stefan Heid (57), der in der Stadt noch viele Freunde hat, in der er 1993/94 Diakon war und in die er von 1999 bis 2006 als Subsidiar zurückkehrte, um in den Semesterferien Dienst an der Münsterkirche St.

Quirin zu tun.

Womöglich sieht er es als Geschenk zu seinem Priesterjubiläum an, dass ihn in diesen Tagen eine Einladung aus Neuss erreichte: Auf Vorschlag von Oberpfarrer Msgr. Guido Assmann wird der Gelehrte mit Schreibtisch im Vatikan Prediger bei der Michaelsvesper am 29. September in der Quirinuskirche sein. Eine Anfrage, über die er sich sehr gefreut hat. Neuss ist für ihn immer eine Reise wert. Seine Zeit in Neuss, seine Begegnungen mit dem damaligen Oberpfarrer Msgr. Hans Dieter Schelauske haben ihn geprägt.

Mehr als zwei Jahrzehnte ist ihm die Ewige Stadt am Tiber zur Heimat geworden. Bereits 2001 wurde er als Professor für Liturgiegeschichte und Hagiographie an das Päpstliche Institut für Christliche Archäologie berufen. Aus seiner Forschungs- und Lehrarbeit sind viele Publikationen hervorgegangen. Gerade ist das Buch „Altar und Kirche. Prinzipien christlicher Liturgie“ (Verlag Schnell & Steiner) erschienen; ein Werk über Liturgie und Kirchenkunst.

In der Nachfolge von Erwin Gatz leitet Stefan Heid seit 2011 als Direktor das Römische Institut der Görres-Gesellschaft, (RIGG) das unter seiner Regie viele neue Mitglieder gewonnen hat und einen wertvollen wissenschaftlichen Beitrag zum interdisziplinären Austausch von Forschern und Facheinrichtungen leistet. Seinen Sitz hat das RIGG am Campo Santo im Vatikan, ein seit mehr als 150 Jahren viel besuchter Treffpunkt für deutsche Rom-Reisende. Dort hat auch Stefan Heid seinen Schreibtisch, dort ist er nicht selten anzutreffen. Gäste, die das Glück haben, von ihm auf der Dachterrasse des fünfstöckigen Gebäudes empfangen zu werden, sind im wahrsten Sinne des Wortes St. Peter zum Greifen nahe.

Keine Frage, Stefan Heid ist in mehr als 20 Jahren zu den bekanntesten Deutschen in Rom aufgestiegen; ein gern gesehener Gast bei vielen gesellschaftlichen Ereignissen. Seine Wohnung liegt nördlich des Vatikan im eleganten und vor allem bei den Römern beliebten Stadtteil Prati mit seinem Jugendstilhäusern, Einkaufsstraßen und trendigen Restaurants und Bars. Wer in diesem Quartier bummelt, hat durchaus Chancen, auch Stefan Heid zu treffen, der in einem Café bei einem Espresso oder einem Vino entspannt.

Stefan Heid mit seiner Mutter, die im Oktober 90 Jahre alt wird. Fotos (2): AS. Foto: Adolf Schätzlein

Stefan Heid, vor 25 Jahren geweiht, feierte jetzt sein Silbernes Priesterjubiläum in Eichstätt, wo seine Zwillingsschwester Lucia als Sr. Dominica im Benediktinerinnen Kloster St. Walburga wirkt; sie hat im kommenden Jahr ihr silbernes Professjubiläum. So geriet das Jubiläum zu einem Familien- und Freundestreffen. Aus Rom war mit Prälat Hans-Peter Fischer auch der Rektor des Campo Santo eingeflogen. Aus Neuss nahmen Rosa und Adolf Schätzlein teil, die seit vielen Jahren zum Freundeskreis um Stefan Heid zählen. Heid hatte große Freude. Sein Eindruck: „Alles bestens!“ Ludger Baten

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