Stefan Heid aus Neuss baut Bibliothek über Joseph Ratzinger im Vatikan auf

Initiative der Görres-Gesellschaft in Rom : Vatikan: Heid baut Ratzinger-Bibliothek auf

Stefan Heid hat als Diakon und Subsidiar in Neuss gewirkt. Heute forscht und lehrt der Kirchenhistoriker in Rom, wo er ein Büro am Campo Santo im Vatikan hat. Jetzt führte er eine Reise der Görres-Gesellschaft – mit Neusser Teilnehmern.

Die Sammlung ist einzigartig. Mehr als 1500 Bände bilden die Studienbibliothek Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. mit Werken von und über den emeritierten deutschen Papst. Aufgebaut wurde die Bibliothek, die am 18. November dritten Geburtstag feiert, vom Römischen Institut der Görres-Gesellschaft (RIGG) mit Sitz am Campo Santo Teutonico im Vatikan. An der RIGG-Spitze steht seit 2011 Direktor Stefan Heid (56), der als Diakon (1993/94) und später – von 1999 bis 2006 – als Subsidiar in den Sommerferien Dienst an St. Quirin tat. Die Neusser Zeit hat den gebürtigen Hessen geprägt, der bis heute seine Kontakte ins Rheinland pflegt. Jetzt war er Begleiter einer Reise der Görres-Gesellschaft – mit Teilnehmern aus Neuss.

Seit 1996 forscht, lehrt und lebt Stefan Heid in Rom. Der Kirchenhistoriker mit Lehrstuhl am Päpstlichen Institut für Christliche Archäologie zählt offenbar zu den bekanntesten Deutschen in der Ewigen Stadt. Bei der Eröffnungsmesse zur 17. Auflage des Internationalen Festivals für geistliche Musik gehörte er im Petersdom zu den Mit-Zelebranten von Kardinal Comastri. Bei den Konzerten an den folgenden Tagen saß er in der ersten Reihe.

Stefan Heid erläutert den Aufbau der Studienbibliothek Joseph Ratzinger im Vatikan. Foto: Adolf Schätzlein

Der vor Ideen sprühende Heid hat vor einiger Zeit Sponsoren-Reisen der Görres-Gesellschaft nach Rom konzipiert, die er als finanzielle Quelle zur Unterstützung der wissenschaftlichen Arbeit des Instituts nutzt. Jetzt zum dritten Mal. Im Mittelpunkt der viertägigen Tour stehen die Konzerte des Musikfestivals in den vatikanischen Basiliken, zu dem die Großen der Branche wie Mitglieder der Wiener Philharmonika oder Justus Frantz in Rom gastieren.

Trafen sich zum Musikfestival in der Basilika Maria Maggiore: Heid (l.) und der Neusser Thomas Nickel. Foto: Adolf Schätzlein

Das musikalische Programm ergänzt Heid mit Abstechern zu Zielen abseits der touristischen Pfade. So war der Palazzo Chigi in Aricca nahe dem Abanosee Ziel, auch zeigte Heid den Gästen die Ausgrabungen unter der Basilika Maria Maggiore sowie das Archiv in der Dombauhütte von St. Peter. „Auch den, der glaubt, Rom gut zu kennen, den überrascht Stefan Heid immer wieder aufs Neue“, sagt Adolf Schätzlein, ein Teilnehmer aus Neuss, „er öffnet Türen zu kulturellen Erfahrungen, die kaum eine andere Rom-Reise bietet.“

1500 Bände haben Heid und sein Team für die Bibliothek zusammengetragen. Foto: Görres-Gesellschaft

Heid, Schätzlein und die Görres-Gruppe trafen in Rom auch auf weitere Neusser. Thomas Nickel, der langjährige Vorsitzende des Diözesanrates, war gemeinsam mit seinem Schützenkameraden Nicolas Krämer, Geschäftsführer am Lukaskrankenhaus, vom Rhein an den Tiber geflogen, um „ganz privat und in Ruhe diese wundervolle Musik zu genießen.“ Vor einigen Jahren führte Heid auch eine Delegation der Neusser Frings-Gesellschaft durch die Ewige Stadt; schon damals gehörte Nickel zu den Teilnehmern. „Ein vertrautes Gesicht in Rom zu treffen ist schön“, sagt Thomas Nickel, „aber eine Begegnung mit dem Rom-Kenner Stefan Heid ist ein Gewinn.“ So bleibt Stefan Heid für Rom-Reisende aus Neuss ein gesuchter Ansprechpartner – bei offiziellen Anlässen und beim abendlichen Bier. Dabei setzt er in Rom Zeichen. Wie mit dem Aufbau der Studienbibliothek Joseph Ratzinger.

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