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Langen Foundation in Neuss zeigt zwei Künstler aus Korea

Langen Foundation Neuss : Kunst im Zeichen der Universalität

Mit Park Seo-Bo und Minjung Kim präsentiert die Langen Foundation auf der Raketenstation zwei Künstler aus Korea. Aber ihre Arbeiten zeigen, das östliche Tradition und westliche Gegenwartskunst sich nicht ausschließen.

Zwei in Deutschland eher unbekannte Künstler aus Korea, für die die Langen Foundation alles freiräumt – was auf den ersten Blick nach einem großen Wagnis für das Kunsthaus auf der Raketenstation klingt, erweist sich als wahrer Clou. Denn Park Seo-Bo und Minjung Kim zeigen nicht nur eine Kunst, die europäisches Sehen und asiatische Tradition vereint, sondern die auch noch genau in das Profil des Kunsthauses passt, das nämlich mit den eigenen Sammlungen der Klassischen Moderne sowie der Kunst aus Asien, vorrangig aus Japan,  zwei (allerdings nur auf den ersten Blick unterschiedliche) Pole miteinander verknüpft.

In ihrem großen Ausstellungsraum zeigt die Langen Foundation auf der einen Seite nur  Werke von Park Seo-Bo. Foto: Helga Bittner

Kuratorin Christiane Maria Schneider hat ihnen das komplette Haus zur Verfügung gestellt, den großen Ausstellungsraum in zwei gleichwertige Hälften und den sogenannten Japan-Raum in drei Kabinette geteilt (je eines für jeden Künstler, zwischen ihnen für einige wenige, aber typische koreanische Traditionskunst aus der eigenen Sammlung). So bekommt jeder seinen eigenen Raum, war es zudem möglich, von dem in Seoul lebenden, 88-jährigen Park (in der asiatischen Schreibweise steht der Nachname vorn) eine Art Retrospektive zu zeigen, und von der in Italien und Frankreich lebenden, 57-jährigen Kim (die ihre Namensschreibweise europäisiert hat) eher neuere Arbeiten zu zeigen.

Collagen aus Hanji-Papier, in langwieriger und mühevoller Handarbeit gefertigt, prägen die Arbeiten von Minjung Kim. Foto: Helga Bittner

Die gemeinsame Herkunft prägt  bei beiden Künstlern zwar die Handschrift, auch sind sie sich in der Wahl des Materials manchmal einig – aber das ist es auch schon. Park und Kim stehen für zwei eigenständige Positionen, die ohne das Wissen um ihre Herkunft auch westlichen Ursprungs sein könnten. Denn sie sind Zeichen für Universalität: Kunst kennt keine Grenzen, aber Kunst kommt auch nicht ohne Tradition aus.

Koreanische Farbgebung beherrscht die frühen Arbeiten (von 1981) von Park Seo-Bo. Foto: Helga Bittner

Bei Kim zeigt sich die vor allem in der Arbeitsweise: Räucherstäbchen, Feuer und Hanji-Papier (wird aus der Maulbeerbaumrinde gewonnen und in Korea auch für Verpackungen eingesetzt) sind ihre Utensilien. Park braucht Pinsel und Bleistift, sieht Farben und Formen in der Natur im sich herum, die er in seinen Bildern verarbeitet. Was auf den ersten Blick monochrom wirkt, entpuppt sich beim zweiten als changierend. So ist Rot nicht nur Rot, sondern hat viele Töne, spiegelt die Farbe eines Ahornblatts im Sonnenuntergang wider oder den Himmel. Beiden gemeinsam ist eine meditative Arbeitsweise. Bis Kim aus glimmenden Kreisen des Hanji-Papiers eines der großformatigen Bilder fertig hat, dauert es. Und Park reagiert mit seinen Arbeiten auf die Unruhe der Zeit und hofft, dem Betrachter einen „gefühlten Frieden“ zu bringen.

„New York“ hat Minjung Kim diese Arbeit von 2018 betitelt. Foto: Helga Bittner

Kims künstlerische Entwicklung begleitet die Kuratorin der Langen Foundation schon eine Weile und hat darüber auch Park Seo-Bo gefunden, dem in Seoul gerade eine große Ausstellung gewidmet worden ist. Beide Künstler mögen in Deutschland tatsächlich noch recht unbekannt sein. Mit dieser Ausstellung könnte sich das ändern.