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Die Neukirchener Bücherei bietet ein volles Brett an Spielen

Neukirchen-Vluyn : Die Bücherei bietet ein volles Brett an Spielen

Premiere im Missionshof: Beim ersten Spielenachmittag durften Besucher alle Angebote kostenlos testen.

Lautes Klackern, Lachen, Gewusel und eine Computerstimme bestimmen für eineinhalb Stunden die Atmosphäre in der Neukirchener Stadtbücherei. Die siebenjährige Nele und ihre zwei Jahre ältere Namensvetterin spielen an einem Rundtisch „Fridos Beute“, bei der die Spieler Karten mit Symbolen – ähnlich dem „Memory – einander zuordnen müssen, um die Schätze von Frido Waschbär zu entdecken. „Da ist noch ein Geldsack“, zeigt die ältere der jüngeren Nele, welche Karte sie noch umdrehen kann. „Wir sammeln ja zusammen“, betonen beide Mädchen.

Direkt daneben ertönen aus einem Tablet Stimmen. „Ich bin der Zauberer, Du wirst den Ring nie finden“ – „Ich bin die Fee, ich werde dir beim nächsten Zug helfen.“ Fünf Jungs beugen sich über den Bildschirm; sie spielen die digitale Version des Brettspiels „Wer wars’s ?“ Es geht darum, mithilfe eines magischen Rings das Königsschloss vor dem bösen Zauberer zu bewahren – und diesen in einem der Räume mit Schlangen, Drachen und Verliesen aufzufinden. „Das Schwere ist, dass es auf Zeit ist“, sagt der achtjährige Ben. „Die Schlange sagt, sucht in der Schmiede“, schlägt der sechsjährige Isack vor. „Aber da ist ja der Geist“, gibt jemand zu bedenken.

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Erstmals bietet die Stadtbücherei einen solchen Nachmittag an, bei dem Kinder die Spiele der Bücherei vor Ort nutzen können. Mitarbeiterin Lisa Russek erklärt der kleinen Lilly das nächste Spiel. „Du legst die Funkelplättchen in die Ringe, hebst die ab, und dann werden die Funkelsteine verteilt und den Karten zugeordnet, die ihr von den Steinen habt.“ Lisa Russek genießt ihre Rolle als Spiele-Erklärerin. „Sonst dürfen die Spiele hier nicht ausgepackt werden. Jetzt ist hier richtig Leben in der Bude.“ Allerdings hat die Bücherei aufgrund des geringen Platzes die Teilnehmerzahl auf zwölf begrenzt.

„Wir haben uns gedacht, wir können doch auch mal etwas Anderes machen“, freut sich die kommissarische Bibliotheksleiterin, Gabi Jusseit-Ibold, über die positive Resonanz auf das Angebot. Das zu wiederholen, können sich beide Frauen angesichts der Begeisterung der Kinder gut vorstellen . Fatiha Kahlen ist mit ihrer fünfjährigen Tochter Elise gekommen, die zwischenzeitlich mal die „Kinder-Kegelbahn“ mit Spannfeder-Abschuss für die Kugeln bedient. „Wir sind hier, weil wir Mitglied sind“, unterstreicht sie, wie wichtig ihr eigenständiges „Sehen, Riechen und Lesen von Büchern“ und das eigenständige Spielen für Kinder sind. „So bin ich selbst groß geworden.“ Es sei wichtig, „das kreative Denken zu fördern.“ Und dazu trage das Spielen bei. Die achtjährige Lara findet jedenfalls den Nachmittag super. „Es macht Spaß und es sind schöne Spiele“, sagt das Mädchen aus Neukirchen. Lara will auf jeden Fall wiederkommen.