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Meda Küchen verlässt Neukirchen-Vluyn.

Wirtschaft : Meda-Küchen verlässt Neukirchen-Vluyn

Ein Unternehmen mit einem bekannten Namen verlässt die Stadt: Meda-Küchen zieht bereits im Sommer nach Oberhausen.

Laut der eigenen Webseite haben sie deutschlandweit rund 100.000 Kunden: Meda- Küchen. Bislang residiert die Unternehmenszentrale mit rund 80 Arbeitnehmern an der Inneboltstraße – im Gewerbegebiet Vluyn Süd. Doch nun will das ursprünglich aus Krefeld stammende Unternehmen nach Oberhausen umziehen. Dort hat Meda neue Räume im Quartier 231 gefunden. Hinter dem modernen Namen steht das ehemalige Borsig-Babcock-Gelände. Für Neukirchen-Vluyn ist der Wegzug ein Verlust. Das Gewerbegebiet Vluyn Süd bot bislang 800 Menschen Lohn und Brot – 80 Arbeitsplätze gehen nun verloren.

„Wir haben uns diese Entscheidung nach mehr als zehn Jahren in Neukirchen-Vluyn nicht leicht gemacht“, sagte Meda-Geschäftsführer Thomas Vogler auf Nachfrage der RP. Aus seiner Sicht war besonders wichtig, dass alle eigenen Mitarbeiter den Umzug mitmachen. „Der Verkauf und Bau von Küchen erfordert zahlreiche Spezialisten, die beim derzeitigen Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt noch schlechter zu finden sind als früher.“ Aus diesem Grund habe Meda in einem engen, 25-Kilometer-Radius um die aktuelle Firmenzentrale gesucht und die Räume in Oberhausen gefunden. „Für viele Mitarbeiter verkürzt sich nun ihr täglicher Weg zur Arbeit“, sagte Vogler. Meda habe aufgrund des Wachstums deutlich mehr Platz gebraucht. Am neuen Standort stehen nach Voglers Angaben mindestens 50 Prozent mehr Fläche zur Verfügung.

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In die Suche nach größeren Räumen war auch die städtische Wirtschaftsförderin Ulrike Reichelt einbezogen. „Sehr gerne hätten wir Meda in der Stadt gehalten und dem Unternehmen seine Wünsche nach mehr Fläche erfüllt“, sagte Reichelt der RP. Allerdings habe das Unternehmen seinen Mehrbedarf an Geschäftsraum in unmittelbarer Nachbarschaft zum bestehenden Standort an der Inneboldstraße realisieren wollen. Meda wollte keinen zweiten Standort in Neukirchen-Vluyn eröffnen, etwa im Gemeinschaftsprojekt mit den Nachbarstädten, dem Grafschafter Gewerbegebiet Genend.

Als ein benachbartes Sportstudio zur Disposition stand, habe es eine kurze Zeit lang so ausgesehen, als könne man Meda halten, erläutert Reichelt. Doch letztlich hätten sich der Immobilieneigentümer und die Geschäftsführung von Meda nicht einigen können. Und am Ende entschied sich Meda für den Umzug.

Wirtschaftsförderin Ulrike Reichelt will nun nach vorn sehen: „So bedauerlich dieser Wegzug ist: Er schafft auf der anderen Seite neue Chancen für Neukirchen-Vluyn.“ Generell dränge die städtische Wirtschaftsförderung bei den Immobilieneigentümern darauf, möglichst rasch das Exposé zu bekommen, mit dem die Gewerbeimmobilie künftig am Markt angeboten wird. Die Experten im Rathaus sehen nach Reichelts Worten gute Chancen, dass die Lücke im Gewerbegebiet Vluyn Süd bereits nach kurzer Zeit geschlossen werden kann. Erste Anlaufadresse seien die Unternehmen im bislang voll besetzten Gewerbegebiet, von denen vielleicht einige weitere nach der guten Konjunktur der jüngeren Zeit auf der Suche nach neuen, größeren Gewerberäumen seien.