Knappenchor Rheinland will singen, solange es geht

Konzert in Moers : Knappenchor Rheinland will singen, solange es geht

Der letzte Bergmannschor auf der linken Rheinseite gab ein Konzert im Kulturzentrum Rheinkamp.

„Wir Bergleut‘ sein, kreuzbrave Leut‘“ – als der Knappenchor Rheinland die letzte Strophe des Steigerliedes anstimmte, standen alle Männer, die einmal im Bergbau gearbeitet haben, im Rheinkamper Kulturzentrum auf, um einzustimmen. „Denn wir tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht“, sangen sie zweimal mit, um mit „und saufen Schnaps“ den Gesang zu beenden. Das Steigerleid war der Höhepunkt des Konzertes.

Der Chor zieht die Menschen an. Am Samstag kamen 600 Besucher zum Herbstkonzert, das im Jahreszyklus der eine große Auftritt des Chores ist. Dazu singt er am 1. Mai zusammen mit dem befreundeten Männergesangsverein Cäcilia Liedberg, der auch von Theo Dahmen geleitet wird, in Korschenbroich. Die Besucher wollen noch einmal einen vierstimmigen Männerchor hören, der im ersten Teil vor allem traditionelle Bergmannslieder zum Besten gibt, im zweiten Teil moderne Evergreens.

Der Knappenchor Rheinland ist der letzte seiner Art am linken Niederrhein, nachdem Ende 2015 das große Chorsterben begann, als der Knappengesangsverein „Friedrich Heinrich“ das Singen aufgab. Die singenden Männer aus Kamp-Lintforter hatten ein Durchschnittsalter von 79 erreicht und waren zu wenige geworden, um ein Konzert geben zu können. Die Knappenchöre von Niederberg und Homberg folgten.

„Es existieren noch fünf oder sechs Knappenchöre auf der rechten Rheinseite“, sagte Rheinland-Pressewart Jörg Filges. „Auf der linken Rheinseite sind wir der letzte. Wir wollen noch so lange Konzerte geben wie möglich. Das Konzert für das nächste Jahr ist fest geplant.“ Mit 35 Sängern ist der Chor personell noch gut aufgestellt und kann alleine, aber besonders auch mit den 29 Sängern aus Liedberg einen satten Klang erzeugen, wie am Samstag bei den Liedern „Mala Moja“ oder „Sierra Madre“.

Der Altersdurchschnitt des Knappenchores liegt unter dem vieler Männergesangsvereine. „Thomas Mucha ist mit 53 Jahren unser jüngster Sänger“, sagte Rheinland-Vorsitzender Peter Noruschat. „Johann Bongers mit 90 der Älteste. Wir freuen uns über neue Sänger.“ Interessenten dürfen gerne vorbeischauen, wenn der Chor montags ab 16.30 Uhr im Franziskushaus an der Leuschnerstraße 23 in Repelen probt. Am Montag nach dem umjubelten Herbstkonzert gönnen sich die Sänger allerdings eine Proben-Pause.

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