90 Jahre St. Marien Hochstraß

Kirchenjubiläum : 90 Jahre St. Marien Hochstraß

Im Oktober 1929 wurde die Kirche feierlich eingeweiht. Sie ersetzte eine Notkirche, die 1917 am gleichen Standort entstanden war.

Hochs und Tiefs prägen die lange historische Geschichte der Marienkirche: Als „Baracke“ eingestuft, von der Bischöflichen Behörde in Münster abgelehnt, lange Zeit zweckentfremdet, ebenso lange ungenutzt, als Jugendheim deklariert, schließlich dann aber als „Notkirche“ gesehen und genutzt. Jetzt feierte das Gotteshaus an der Königsberger Straße in Hochstraß sein 90-jähriges Bestehen.

Mit den Vorbereitungen für eine Bauerlaubnis im Jahr 1909 beginnt die eigentliche Entwicklungsgeschichte von St. Marien. 1917 endlich wird dann die Notkirche eingeweiht. Und die Gemeinde wuchs, die Spendenbereitschaft stieg, Schenkungen von Domen, Kirchen,

Betrieben und Gläubigen normalisierten auch die diplomatischen Beziehungen zwischen Münster und der Gemeinde. Einige Besuche aus Münster in den Jahren danach sind ein Beweis mehr. Doch schon bald reichte die Notkirche nicht mehr. Im Mai 1925 wurde der Bau einer neuen Kirche beschlossen – und Hochstraß wurde zunächst zum Rektorat, und später dann zur Pfarrei erhoben.

Im Jahr 1929 ging dann auch das von der Rheinpreussen-Gesellschaft überlassene Grundstück in Kircheneigentum über. „Aber ohne die großzügige finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde und der heimischen Bevölkerung hätte die Kirche nicht gebaut werden können“, heißt es lobend in der Chronik. Am 13. Oktober 1929 wird St. Marien dann unter großer Anteilname der Bevölkerung feierlich eingeweiht.

Der Zweite Weltkrieg aber hat auch hier seine Spuren hinterlassen, die Kirche wurde durch Bomben, mehr noch durch Brandbomben schwer beschädigt. Mit großer finanzieller Unterstützung der Zeche Rheinpreußen wurde St. Marien dann von Grund auf restauriert. Bereits im Jahr 1951 gab es wieder neue Glocken, 1952 wurde der Kindergarten von den Don- Bosco-Schwestern eröffnet. 1954 bekommt der Altarraum eine neue Gestaltung, die Notverglasung wird durch neue Kirchenfenster in hellen und warmen Farbtönen ersetzt, 1957 folgt die neue Orgel, ebenfalls ein neuer Kreuzweg.

Heute ist Pastor Gerhard Fliß Seelsorger in St. Marien. Im Pfarrhaus an der Königsberger Straße hat er sich eingerichtet. In Begegnungen mit den Menschen hier sieht er seine eigentliche Aufgabe. Nähe und Zugehörigkeit sollen wieder erfahrbar werden in dieser XXL-Pfarrei, die vor mehr als zehn Jahren durch die Fusion zustande kam. Fliß ist Münsterländer, lange Jahre war er als Priester in Steinfurt im Einsatz, auch das Ruhrgebiet, die hier lebenden Menschen und ihre Mentalität sind ihm vertraut.

Foto: Antje Seemann

Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den zahlreichen zur Gemeinde gehörenden Einrichtungen steht ständig auf seinem Programm. „Hier erfahre ich die ganze Breite des Lebens.“ Der Kontakt mit den älteren Menschen, die sich regelmäßig im Seniorenzentrum treffen, ist ihm ebenso wichtig wie die Zusammenarbeit mit den Messdienern – ihre Ausbildung. Die Vorbereitung zur Erstkommunion, der Kontakt zu den Grundschulen, Gespräche mit den Verbundleiterinnen, die Kitas und Gemeinde verbinden, die Kranken-Kommunion für behinderte Menschen und der Krankenhausdienst gehören zu seinen Aufgaben. Schwerpunkt für ihn ist auch die Ökumene. „Wir haben bereits nachhaltige und gute Gespräche geführt.“

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