Meinung: Eine Investition, die sich auszahlt

Meinung zum neuen KiBiz : Eine Investition, die sich auszahlt

Für die Erzieher und Kita-Leiter, die an diesem Abend anwesend waren, ist das Gesetz ein schlechter Witz.

Liebe Mitmoerser, im Juli hat die Landesregierung einen Entwurf zur Novellierung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) in den Landtag eingebracht, der voraussichtlich noch im November verabschiedet werden soll. Was die Neuerungen für Erzieher, Kinder und Eltern in Moers bedeuten,  darüber haben wir in dieser Woche auf Einladung des Landtagsabgeordneten Ibrahim Yetim mit Trägervertretern und Politikern diskutiert. Am Ende des Abends war offensichtlich: Für die Erzieher und Kita-Leiter, die an diesem Abend anwesend waren, ist das Gesetz ein schlechter Witz. Die allermeisten sind wütend, frustriert und fühlen sich hilflos, was aus meiner Sicht absolut verständlich ist.

Es ist dich so: Viel zu lange schon krebsen die Kitas am finanziellen und personellen Limit. Entsprechend groß waren deshalb die Erwartungen an die Reform des KiBiz in NRW. Jetzt, da der Gesetzentwurf vorliegt, wird deutlich: Es fließt zwar mehr Geld ins System. Doch der Rückstand ist so groß, dass selbst zusätzliche 1,3 Milliarden Euro jährlich nicht mehr sind als ein winziger Tropfen auf den heißen Stein. Diese Summe, heißt es, werde bei vielen Trägern schon durch die gestiegenen Personal- und Sachkosten aufgezehrt. Für weitere Verbesserungen bleibt wohl kaum noch was übrig. Dabei wären sie dringender nötig denn je. Während die Rolle von Erziehern und Tageseltern im Familiengefüge einen immer größeren Stellenwert einnimmt,  sorgen wenig Personal und – bedingt dadurch – hohe Krankenstände dafür, dass Kitas mancherorts bloßen Verwahranstalten gleichen.  Den nachvollziehbaren Frust der Eltern bekommen die Erzieher ab, dabei sind sie es, die  zum Wohl der Kinder jetzt schon vielfach an ihre Grenzen gehen. Ich meine: Wenn die Aussage ernst gemeint ist, dass Kinder unsere Zukunft sind, muss sich das auch in den Ausgaben für Kitas widerspiegeln. Das wäre eine Investition, die sich auszahlt – in jeder Hinsicht.

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julia.hagenacker@rheinische
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