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„Kirche muss zu den Menschen kommen“

Neue Pastoralreferentin in Moers : „Kirche muss zu den Menschen kommen“

Desirée Kaisers Einsatzort ist die Pfarrei St. Josef. Dort ist die 28-Jährige keine Unbekannte. Die Ökumene ist ihr ein Anliegen.

Wäre es so gelaufen, wie ursprünglich geplant, würde Desirée Kaiser nun womöglich jeden Tag in einem weißen Kittel im Labor stehen und mit Chemikalien hantieren. Doch während ihres Chemiestudiums in Münster stellte die heute 28-Jährige fest, dass ihr der Umgang mit Menschen weitaus mehr bedeutet als das Hantieren mit Reagenzgläsern und Bunsenbrenner. In der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde (KSHG), wo sie sich während ihres Studiums engagierte, reifte ihr Berufswunsch. Desirée Kaiser entschloss sich, Pastoralreferentin zu werden.

Sieben Jahre nach dieser Entscheidung steht sie im St.-Paulus-Dom in Münster. Bischof Felix Genn spricht sie und 29 weitere Frauen und Männer aus dem Bistum an: „Sie haben das Leben auf eine Weise entdeckt, dass es für Sie zum Beruf geworden ist“, sagt er. Es ist der Gottesdienst, in dem die neuen Pastoralreferentinnen und -referenten ihre offizielle Beauftragung bekommen. „Es hat richtig Spaß gemacht“, erinnert sich Desirée Kaiser an jenen 29. September zurück. „Das war ein würdiger Gottesdienst, aus dem ich mit einem guten Gefühl herausgegangen bin.“

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Ihr Einsatzort ist die Pfarrei St. Josef in Moers, die zusammen mit den ehemals selbstständigen Pfarreien St. Bonifatius und St. Ludger die Großpfarrei St. Josef bildet. Eine Unbekannte ist die neue Pastoralreferentin, die in Velbert aufgewachsen ist und nun in Moers wohnt, dort nicht. Schon nach ihrem Theologiestudium kam Kaiser in ihrer Ausbildungszeit als Pastoralassistentin in die lange protestantisch geprägte Grafenstadt – die Ökumene ist ihr gerade mit Blick auf die Geschichte daher ein wichtiges Anliegen. Zudem war sie bisher insbesondere in der Firmvorbereitung und der Seelsorge im Bereich der Kindertagesstätten aktiv. „Diese Arbeit bereichert sehr und es macht Spaß, in den unterschiedlichen Teams zu arbeiten und sie zu unterstützen“, sagt sie. Zum Beispiel, wenn sie mit jungen Kindern außerhalb der Gottesdienste in die Kirche geht, ihnen die Gelegenheit gibt, Dinge anzufassen und einfach nur den Kirchenraum auf sich wirken zu lassen. Die Kirche müsse, ist sich die Pastoralreferentin sicher, dort Angebote schaffen, wo die Menschen sind und dürfe nicht darauf warten, dass die Menschen von alleine zu ihr kommen. Deshalb sei es wichtig, vor Ort zu sein, ob in der Kita, beim Jugendtreff oder auf dem Marktplatz. „Das ist es, was ich möchte:“, betont sie, „mit und bei den Menschen sein und die Leute dort abholen, wo sie stehen.“

Nun, da ihre Ausbildung abgeschlossen ist, kann sich Desirée Kaiser noch intensiver dem Gemeindeleben widmen. Dabei kommen neue Aufgaben auf sie zu. Zum Beispiel, in Absprache mit Pfarrer Herbert Werth in den Predigtdienst zu gehen, aber auch, im Beerdigungsdienst zu arbeiten und Beerdigungen vorzustehen. Angst davor hat sie nicht, im Gegenteil.„Die Beschäftigung mit dem Themenfeld Tod, Trauer und Abschied gehörte zu den Schwerpunkten in meinem Theologiestudium“, erklärt sie, „das ist in den vergangenen Jahren in den Hintergrund gerückt. Ich freue mich darauf, künftig Menschen in allen Lebenssituationen begleiten zu dürfen, von der Kita über die Firmung bis hin zum Moment des Abschieds.“