Sozialprojekt in Moers: Box-Camp für Jugendliche gestartet

Sozialprojekt in Moers : Box-Camp für Jugendliche gestartet

An drei Tagen werden 22 Jugendliche gefordert und gefördert.

Für 22 Jugendliche aus Moers und Kamp-Lintfort im Alter von zwölf bis 17 Jahren werden diese Trainingstage im Enni-Sportpark zu den Höhepunkten der Herbstferien gehören. Sie nehmen am fünften Box-Camp teil, das der Boxverein ABC Rheinkamp begleitet. Erneut bieten die Freddy-Fischer-Stiftung und der Verein „Klartext für Kinder“ mit dem Energieversorger Enni dieses Camp an. Gemeinsam mit den Jugendämtern von Moers und Kamp-Lintfort setzen die Partner auf Nachhaltigkeit der unterschiedlichen Ebenen.

Schon am Sonntag wurde trainiert. Acht Mädchen nutzten mit Trainerin Stella Caldarola den Boxring, während die 14 Jungen sich vom ehemaligen Bundesligaprofi Sergej Fast auspowern ließen. Fast ist Trainer beim Amateur Box Club ABC-Rheinkamp. „Schon am ersten Tag merken wir, dass die Mädchen richtig ehrgeizig sind. Sie fühlen sich ernst genommen“, sagt Hans Caldarola. Er ist mit Frank Otto Trainer beim ABC. „Für uns ist das Boxcamp eine gute Sache“, so Caldarola. Themen wie Ausdauer, Koordination und Fitness bestimmen das Camp.

An allen drei Tagen werden die Jugendlichen, die zum Teil aus benachteiligtem Umfeld kommen, gefordert und gefördert. Für manchen ist es der erste Zugang zum Vereinssport. Neben Trainingseinheiten mit den Profis steht am dritten Tag das Thema Ernährung auf dem Plan. „Die Jugendlichen essen zu energiereich. Sie werden träge und kommen vom Sofa nicht runter“, so Caldarola.

Der Boxsport kann sich im Camp in seiner Vielschichtigkeit präsentieren. Die Erfahrung, dass in diesem Sport jeder auf sich allein gestellt ist, gehört zu den Geheimnisse des Boxcamps. „Die Jugendlichen lernen, dass Erfolg mit Leistung zu tun hat. Und Erfolg wird mit Respekt belohnt“, so Caldarola über die Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung. Ihm ist eine weitere Sache wichtig: „Leistung erbringen im Camp Jungen und Mädchen. Sie lernen voneinander, sich gegenseitig zu respektieren. Das strahlt bis in die Familien.“

Zugleich ergibt sich für den ABC, junge Talente aufzuspüren. Potenzial ist vorhanden. Für die Mädchen Nazdar (13) und Felek (12) sind bereits die ersten Stunden im Boxcamp eine tolle Erfahrung. Sich unter Anleitung an Regeln halten gelingt, macht Spaß. „Wir haben schon viel gelernt“, sagen sie – auch was die eigene Körpersprache angehe. Selbstbewusstes Auftreten lässt sich trainieren. Auf einen anderen Punkt weist Doma Galla vom Jugendamt Kamp-Lintfort hin. „Die Jugendlichen erfahren, wo ihre körperlichen Grenzen sind. Gleichzeitig steigt ihr Selbstvertrauen. Sie merken, dass Leistung viel mit diszipliniertem Verhalten zu tun hat.“