Mönchengladbach: Kemal Kuc tritt bei der SpVgg Odenkirchen zurück

Der Trainer trat überraschend zurück : Kemal Kuc ist weg, Jörg Pufahl übernimmt

Als am Montag nur wenige Spieler beim Training waren, trat Odenkirchens Coach zurück. Er erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion seine Entscheidung. Sein erst für den Sommer geplanter Nachfolger springt gleich ein.

Vor einigen Tagen hatte die Rheinische Post noch mit ihm über die Vorbereitungen für die restlichen achtzehn Spieltage in der Landesliga gesprochen. Das ist jetzt Makulatur: Kemal Kuc hat am Montagabend die Brocken bei dem Landesligisten SpVgg. Odenkirchen hingeworfen. „Ich habe nach dem Training Matthias Preckel angerufen und ihm mitgeteilt, dass ich mit sofortiger Wirkung als Trainer aufhöre“, sagte Kuc. „Es ist mir nicht leicht gefallen, weil ich eine tolle Mannschaft mit gutem Charakter verlasse. Aber ich will so nicht weiter arbeiten.“

Kuc klagte schon seit Saisonbeginn über eine mangelnde Trainingsbeteiligung. Verletzungen, Urlaube sowie berufliche und schulische Verpflichtungen der Spieler, führten häufig dazu, dass nicht einmal zehn Spieler auf dem Trainingsplatz standen. Umso bemerkenswerter, das Odenkirchen trotz der personellen Probleme 26 Punkte geholt hat. „Ich hatte mir nie Sorgen um den Klassenverbleib gemacht, in der Mannschaft steckt viel Qualität“, sagte Kuc am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Nach dem letzten Landesliga-Spiel hatte er seiner Mannschaft eine Woche mehr Urlaub gegönnt und für den Beginn dieser Woche zum Training geladen. Sechs Feldspieler und zwei Torhüter sind er Einladung gefolgt, neun Spieler haben aus unterschiedlichen Gründen abgesagt. „Ich habe mich sehr gewissenhaft und mit viel Freude auf das erste Training nach der Pause vorbereitet, wir wollten vor allem im konditionellen Bereich arbeiten“, sagte Kuc. „Aber unter den Bedingungen, sehe ich für mich keine Möglichkeit meine Philosophie umzusetzen.“ Beim Bezirksligisten 1. FC Viersen, wo er für die neue Saison zugesagt hat, wird Kuc nicht vorzeitig einsteigen.

Für Matthias Preckel, Vorsitzender der SpVgg. Odenkirchen, kam die Entscheidung unerwartet. „Vorstand und Mannschaft sind entsetzt von dieser Nachricht“, sagte Preckel. „Ich habe versucht, ihn zum Weitermachen zu überreden, hatte aber keine Chance.“ Alle Beteiligten haben sich dann auf eine sofortige Vertragsauflösung geeinigt. Preckel hat dann sofort Kontakt zu Jörg Pufahl aufgenommen. Mit dem ehemaligen Oberliga-Spieler (SC Jülich) hatte sich Odenkirchen vor knapp zwei Wochen auf eine Zusammenarbeit ab der kommenden Saison geeinigt.

Pufahl war bis Ende November des vergangenen Jahres Trainer beim A-Ligisten SV Niersquelle Kuckum. „Jörg hat sich dann spontan bereit erklärt, bereits sechs Monate früher bei uns einzusteigen“, sagte Preckel. „Dafür sind wir sehr dankbar.“ Schon Mittwoch leitete er das erste Training.

Am schmalen Kader wird sich nur wenig ändern. Immerhin sind nach den Hallenstadtmeisterschaften keine Verletzten zu beklagen. Der Titelverteidiger hatte in der Jahnhalle vorsorglich für die Vorrunde nur acht der zehn möglichen Feldspieler nominiert. Nach zwei souveränen Siegen gegen den SC Rheindahlen (4:0) und den FC Eintracht Güdderath (12:0) sowie einem 2:2 gegen die SV 08 Rheydt hätte im abschließenden Gruppenspiel gegen Fortuna schon ein Unentschieden für Rang eins gereicht. Aber die Kräfte reichten wohl nicht aus, so dass die 3:4-Niederlage das Aus in der Vorrunde bedeutete.

Kleine Veränderungen gibt es dennoch zu vermelden. Zwei echten Abgängen steht ein „unechter“ Neuzugang gegenüber: Kevin Scholz, der sich Mitte September beim 2:0 gegen den ASV Süchteln verletzt und seit dem kein weiteres Spiel mehr bestritten hatte, ist wieder einsatzfähig. Der 28-jährige Stürmer hatte sich nach seinem Tor zum 2:0-Endstand verletzt. Nicht mehr zum Kader gehören Kevin Schmitz und Konrad Sommer. Schmitz (24) wechselt zum SV Lürrip. Der Mittelfeldspieler hatte berufsbedingt wenig Zeit, regelmäßig in Odenkirchen zu trainieren. Gleiches gilt für Konrad Sommer, der wegen seines Studiums nur selten den Weg nach Odenkirchen fand. Der 22-jährige Angreifer geht zu den SF Neuwerk in die Kreisliga A.

Preckel hat in Aussicht gestellt, den Kader zu vergrößern. Sofern die Bedingungen stimmen, soll jeweils ein Spieler für das Mittelfeld und den Angriff geholt werden. Es müssen Spieler sein, deren Qualität Odenkirchen sofort weiterbringt. Sollten keine Kandidaten zu finden sein, muss Pufahl mit dem Kader weiterarbeiten und eventuell den Spielern aus der Reservemannschaft eine Chance geben.