Mönchengladbach: Außenseiter Rot-Weiß Venn spielt eine entscheidende Rolle

Endrunde, Gruppe A: Rot-Weiß ärgert Giesenkirchen : Venn ist mehr als nur ein Statist

Der Außenseiter spielt bei der Hallenstadtmeisterschaft eine entscheidende Rolle in der Endrunden-Gruppe A.

Das Szenario hatte man sich in der Gruppenphase durchaus so vorstellen können: Der FC rutscht ins Halbfinale durch, der Polizei SV und Giesenkirchen balgen sich um den zweiten Halbfinal-Platz und Rot-Weiß Venn begnügt sich am Ende damit, dabei gewesen zu sein. Einerseits kam es am Ende auch so, doch die Venner hatten trotzdem weit mehr als eine Statistenrolle, und auch beim späteren Turniersieger lief noch nicht alles rund.

Zunächst einmal ließen die Westender keine Zweifel an ihren Absichten aufkommen, besiegten Giesenkirchen mit 5:1 und dann die Venner mit 6:1, und schnell war klar, dass sechs Zähler bei dieser Tordifferenz zum Gruppensieg reichen müssten. Vielleicht spielte auch das eine Rolle, als es im abschließenden Gruppenspiel ein 1:2 gegen den Polizei SV gab, gegen das Team also, das man später im Finale wiedersehen sollte. Dadurch kamen dann auch die Polizeiler auf sechs Zähler, nachdem sie in taktisch geführten Partien Venn 1:0 besiegten und dann Giesenkirchen 0:1 unterlagen.

Die Konstellation war vor dem letzten Gruppenspiel somit klar. Die punktlosen Venner waren ohne eigene Chance, während Giesenkirchen einen Sieg mit vier Toren Vorsprung benötigte, um am Polizei SV vorbei auf Platz zwei zu rücken. Und was der B-Ligist aus Venn nun bot, war aller Ehren wert. „Wir hatten nicht etwa vom Polizei SV eine Prämie ausgelobt bekommen, falls das jemand glaubt“, sagte Venns Hallen-Spezialist Tobias Hansen, der in allen Partien ordentlich „auf die Socken“ bekam und später bei der Siegerehrung humpelnd die Endrunden-Urkunde abholte.

Die Rot-Weißen warfen sich gegen die DJK in jeden Ball, hielten bis in die vorletzte Minute hinein ein 0:1, das Jeff Mrowka in der 4. Minute mit der Hacke erzielt hatte. Dann gelangen Thorben Hasler zwar noch zwei weitere Treffer, doch das wichtige vierte Tor wollte nicht fallen. Und dabei hatte sich das Team von Volker Hansen genügend gute Chancen erspielt, um auch in drei Spielen je vier Tore zu erzielen.

So trat dann letztlich der bitterste denkbare Fall ein: dass eine Mannschaft in einer Vierergruppe mit sechs Zählern wegen eines zu wenig geschossenen Tores nur Platz drei belegte.

„Dass es an einem Tor gescheitert ist, war letztlich natürlich schon ärgerlich. Aber bei so vielen Chancen war es natürlich auch nicht nur Pech, sondern auch ein wenig Unvermögen. Vielleicht hat der letzte Wille etwas gefehlt. Aber Kompliment an Venn“, erklärte Giesenkirchens Fußball-Chef Holger Drever. „Aber es liegt mir jetzt auch fern, die Mannschaft kritisieren zu wollen. Davon geht am Ende die Welt nicht unter“, fügte er an. „Mich hat lediglich als Freund des Hallenfußballs insgesamt etwas geärgert, dass die Mannschaften, die es mit offensivem, attraktivem Spiel versucht haben, letztlich gescheitert sind. Aber das ist ja leider oft der Fall“, sagte Drever.