Judo : DM-Bronze für Judo-Frauen

Der Griff nach den Sternen gelang noch nicht, doch die Frauen des 1. JC Mönchengladbach durften erhobenen Haupts und mit einer Bronzemedaille den Heimweg aus Brandenburg von der Endrunde um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft antreten.

Den ersten Vergleich gegen den JC 66 Bottrop, dem die Gladbacher Frauen in der Nordstaffel zuvor noch unterlegen waren, wurde 4:2 gewonnen. "Da ist alles so aufgegangen, wie wir es uns vorgestellt hatten", erklärte Edda Karlsson, die sich aber selbst bei ihrem Kampf eine Schulterverletzung zuzog. "An so einem Tag wollte ich nicht aufgeben, aber gewinnen konnte ich so auch nicht mehr. Damit war der Tag für mich gelaufen." Dafür siegten Birgit Ente, Katarzyna Pulkosnik, Ulrike Scherbarth und Frauke Kucznierz, Claudia Kersten holte ein Unentschieden.

Gegen den JSV Speyer ging es dann um den Einzug ins Finale. Doch hier war Edda Karlsson schon beim Betreten der Halle klar, dass die Herausforderung wahrscheinlich zu groß sein würde. "Speyer reiste mit drei ungarischen Nationalkämpferinnen an, die alle schon Titel oder Medaillen geholt haben, und brachten auch noch den Nationaltrainer mit. Da war nur eine Kämpferin aus Speyer am Start, und das bei einem Verein, der über 1100 Mitglieder hat", erklärte Karlsson. Die Gladbacherinnen mussten auch wegen Verletzungen umbesetzen, setzten alles auf eine Karte – und waren am Ende beim 1:6 ohne Chance.

Dennoch klingt das Ergebnis klarer als es auf der Matte aussah, gingen doch fast alle Kämpfe über die volle Distanz. Die Niederländerin Birgit Ente gewann auch gegen Speyer. "Sie ist aktuell unsere vielleicht beste Kämpferin, steht kurz davor, sich in ihrer Heimat für die Olympischen Spiele zu qualifizieren", sagt Edda Karlsson. Sie weiß, wie wichtig Ente für die Mannschaft ist. Und wäre Julia Tillmanns für das Schwergewicht nicht wegen der anstehenden Weltmeisterschaft gesperrt gewesen, wäre vielleicht ohne die dadurch zwingenden Umstellungen auch gegen Speyer mehr drin gewesen.

Im Finale reichte es auch für den mit finanziellen Mitteln verstärkten Süd-Meister Speyer nicht zum Titel. In einer brechend vollen Halle nutzten die Brandenburger Gastgeberinnen den Heimvorteil und gewannen 4:3. "Wir haben in der regulären Saison gegen Brandenburg nur 3:4 verloren. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass wir so nah dran waren, den Meister zu besiegen", erklärte Edda Karlsson, die nun hofft, dass ihre Schulterverletzung nicht allzu schlimm ist. Damit der 1. JC im neuen Jahr der nationalen Spitze noch näher kommen kann - und das mit eigenen Kämpferinnen, die lange dabei sind.

(RP)