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Fußball: Falsche Einträge: Schiri bis Jahresende gesperrt

Fußball : Falsche Einträge: Schiri bis Jahresende gesperrt

Die Spruchkammer des Kreises Mönchengladbach/Viersen hat Licht in das Dunkel der Spekulationen um das Kreisliga A-Spiel zwischen Wickrath und dem Polizei SV am 4. September gebracht. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Vereine den Schiedsrichter zu einer Eintragung gedrängt haben, die dieser nicht habe machen wollen.

Allerdings trug der Unparteiische in den elektronischen Spielbericht auch nicht das ein, was er auf dem Platz gezeigt hatte. Zu Beginn der achtminütigen Nachspielzeit hatte er drei Rote Karten gezückt — in zwei unterschiedlichen Spielsituationen, die etwa eine Minute auseinanderlagen. "In der vierten Minute der Nachspielzeit kamen mir Zweifel, ob diese Entscheidungen nicht zu hart waren", sagte der Schiedsrichter. Nachdem er in der Kabine in sich gegangen war, habe er sich entschieden, die Feldverweise als Gelb-Rote Karten einzutragen und diese Entscheidung den Vereinen auch mitgeteilt. Einen Grund, das infrage zu stellen, sahen die Klubs nicht.

Wegen fahrlässiger Falscheintragung darf der zwölfte Mann nun bis zum Jahresende keine Spiele leiten und muss sich monatlich einer Schulung unterziehen. Der Kammervorsitzende Johannes Daners begründete: "Eigentlich werden in vergleichbaren Fällen meist Sperren von mindestens einem Jahr verhängt. Aber nach unserer Überzeugung lag keine Täuschungsabsicht vor". Außerdem wolle er die Verfehlung nicht etwa mit einer Tätlichkeit eines Spielers gleichsetzen, weshalb er dem Schiri auch die Verfahrenskosten ersparte. Berücksichtigung fand auch die Situation am Spieltag. Der junge Schiedsrichter war nach fünf Wochen erstmals wieder auf dem Platz, leitete sein erstes Kreisliga A-Spiel und hatte es wahrlich nicht leicht. Zudem kam seine Unsicherheit in der nicht unsympathischen Schilderung der Ereignisse zum Ausdruck.

Allerdings erklärte Daners, dass ein Einspruch gegen die Wertung folgender Spiele möglicherweise zu Neuansetzungen geführt hätte, wäre er zeitig genug eingelegt worden. Daners erklärte auch, wie eine solche Situation korrekt gelöst wird: "Es ist vom Schiedsrichter unbedingt das einzutragen, was war, und nicht, was er später für richtig hält. Eine Entscheidung ist nur bis zur Spielfortsetzung zu korrigieren. Im Spielbericht kann man in einem solchen Fall einen Eintrag bei den besonderen Bemerkungen machen und Rücksprache mit dem Staffelleiter halten."

Schiri-Obmann Rolf Göttel. "Wir als Schiedsrichterauschuss können mit dem Vorgehen des Schiedsrichters nicht zufrieden sein und wissen das entsprechend einzuordnen. Was das Urteil angeht, so meine ich, dass in jedem Falle ein Opfer gesucht wurde. Ein Verweis hätte es auch getan."

(kpn)