Kampfsport : Zwei Gladbacher siegen

Bei der Fight-Night des Bujin-Gym in der Halle am Ringerberg siegten Sasha Kovi und René Dorp. Der dritte Lokalmatador, Mateusz Hajbowicz, musste mit einer nicht alltäglichen Entscheidung leben.

Der Lautstärkepegel nimmt deutlich zu, als sich der erste Lokalmatador in der Sporthalle am Ringerberg in Waldhausen dem Seilgeviert nähert. Der Einmarsch bei der Gladbacher Fight-Night der Kickboxer wird von Heavy-Metal-Gitarren begleitet. Sekunden später ändert sich die Atmosphäre schlagartig.

Plötzlich dominieren meditative, asiatische Klänge die Stimmung. Sasha Kovi, der erste Kämpfer des veranstaltenden Bujin-Gym in Mönchengladbach, bewegt sich mit seinem Gegner aus Frankfurt wie in Trance durch den Ring. "Wai Kruh" heißt diese Konzentrationsphase, das heißt übersetzt "Gruß an den Lehrer". Die Musik verstummt, der Gong ertönt, und die beiden Thaiboxer stürmen aufeinander los. Jetzt ist vieles erlaubt.

Beim Thaiboxen ist das, anders als bei den K1-Kämpfen des Abends, auch der Einsatz der Knie und Ellenbogen, das Festhalten des Gegners und das Halten im Clinch. Kovis Techniken sind an diesem Abend denen seines Gegners aus der Main-Metropole überlegen. Die drei Punktrichter entscheiden sich einstimmig für ihn.

Erst Sieg, dann Unentschieden

Danach legt der Lautstärkepegel ein weiteres Mal zu, als mit Mateusz Hajbowicz der zweite Gladbacher sich dem Ring nähert. Jetzt gibt es unter den mehr als 250 Anhängern ein zweites Lager, denn auch der Wassenberger Sebastian Mertens hat Anhänger mit in die Halle gebracht.

Die erste der drei Runden dominiert der Bujin-Kämpfer, in der zweiten bringt Mertens ihn in Bedrängnis. Zum Abschluss liefern sich beide einen offenen Schlagabtausch, Hajbowicz wird zum Punktsieger erklärt, später wird sich herausstellen, dass die Punktzettel eigentlich ein Unentschieden ergaben. Das war vertretbar, ist aber ungewöhnlich. "Dass so etwas nachträglich korrigiert wird, darf eigentlich nicht sein", sagte Marco Hartmann, der nicht nur Trainer der Thai-Boxer beim Bujin Gym, sondern auch Erster Vorsitzender ist.

Im nächsten Kampf machte Hartmanns dritter Schützling des Abends dann kurzen Prozess. Bereits in der zweiten Runde beendete René Dorp seinen Kampf vorzeitig. Doch nicht nur die drei Thai-Kämpfe der Lokalmatadore gehörten zum Programm, auch die K1-Freunde, also die der Kickbox-Variante, bei der das Halten sowie die Ellenbogen und Knie tabu sind, kamen bei den insgesamt neun Kämpfen mehr als drei Stunden lang auf ihre Kosten. "Wir haben bei uns inzwischen so viele gute Kämpfer und auch interessierte Fans, dass wir ihnen auch in der eigenen Stadt den Sport bieten wollten", sagte Hartmann, für den die Fight Night ein voller Erfolg war.

Generell freut sich Marco Hartmann aber darüber, dass die Akzeptanz des Thaiboxens mittlerweile weiter fortgeschritten ist. "Es gibt ja auch massive Bestrebungen, die Sportart olympisch zu machen. Aber auch so haben inzwischen viele Leute, die sich die Kämpfe einmal angesehen haben, begriffen, dass wir keine dummen Schläger sind. Unsere Sportart ist eine alte Kriegskunst."

Nach dem Publikumserfolg ist wohl zu erwarten, dass die erste Fight Night nicht die letzte war.

(RP/rl)