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Mönchengladbach: Jeckes Treiben auf zwei Rädern beim ADFC-Karneval 2020

Karneval in Mönchengladbach : Jeckes Treiben auf zwei Rädern beim traditionellen ADFC-Karneval

Rund 20 Radfahrer schwangen sich an Rosenmontag verkleidet aufs Fahrrad zur närrischen Tour. Dabei wollten sie aber auch ein Zeichen setzen zum Motto: „Et weed Zigg zum Ömlenke.“

Es sah kurz so aus, als würde das Wetter Gladbachs radelnde Jecken und jecke Radler abschrecken: Zehn Minuten vor dem offiziellen Start hatten sich gerade einmal drei Kostümierte samt Rad an der evangelischen Hauptkirche, dem Startpunkt der Karnevalstour, eingefunden. „Wir warten ein bisschen länger“, entschied Dirk Rheydt, erster Vorsitzender des Gladbacher ADFC, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, und im Clownskostüm angetreten. Das Warten lohnte sich: Um 12.20 Uhr schwangen sich mehr als zwanzig Indianer und Schornsteinfeger, Kängurus, Hähne und Hennen auf die Räder. Selbst Boris Wolkowski, Oberbürgermeisterkandidat der Grünen und bekennender Radfahrer, schaffte es noch rechtzeitig vom Rathaussturm zum Start der närrischen Radtour am Rosenmontag.

„Wir fahren nicht nach Gladbach zurück wie in den anderen Jahren, sondern machen eine Tour durch Rheydt“, verkündete der Vorsitzende. Für ihn war es der letzte Fahrrad-Karneval in seiner Funktion als Gladbacher Ober-Radler. Er will ein wenig kürzer treten und sich nicht wieder zur Wahl für den ADFC-Vorstand stellen.

Die Radfahrer haben ihre Aktion in diesem Jahr unter das Motto „Et weed Zigg zum Ömlenke“ gestellt, denn bei aller rheinischen Begeisterung für den Karneval – die Radler verfolgen auch ein Ziel. Ein Umlenken fordern sie, bessere Bedingungen für die Radfahrer in der Stadt. Dafür haben sich auch Sigrid Mattausch und Edeltraud Bettrich bunt geschminkt dem Fahrrad-Karneval angeschlossen. Spaß wollen sie haben und ein Zeichen setzen. „Ich bin im letzten Jahr 7000 Kilometer mit dem Pedelec gefahren“, sagt Edeltraud Bettrich. Im Vergleich dazu ist die Tour durch Rheydt natürlich kurz, aber umso bunter und unterstützt durch gut gelaunte Mitradler und fröhliche Jecken am Straßenrand.

Der Fahrrad-Karneval des ADFC fuhr zum siebten Mal durch die Stadt. Die Radfahrer genießen stets die fröhliche Stimmung bei dieser Aktion. Von der Gereiztheit, die so oft im Verkehr und gerade zwischen Autofahrern und Radfahrern herrscht, ist dann nichts zu spüren. Es regiert die gute Laune.

(arie)