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Mönchengladbach: Hardterbroicher Jecke feiern DRK-Sitzung mit körperlich Behinderten

DRK-Sitzung in Mönchengladbach : Hardterbroicher Jecke feiern mit körperlich Behinderten

Die DRK-Sitzung in Hardterbroich ist seit 29 Jahren eine Institution im Karneval. Die KG „Alles onger eene Hoot“ feierte am Sonntag mit den Bewohnern des DRK-Heims eine bunte Sitzung.

Fahim Aziz Safi ist seit 32 Jahren im DRK-Haus „am Volksgarten“ tätig. Mittlerweile ist er Einrichtungsleiter. Den Tagesablauf der Bewohner kennt er also nur zu gut – und der sieht häufig trist aus. Gerade, wenn die ganze Stadt feiert und sie nur aus der Ferne zuschauen können. Aufgrund der körperlichen Behinderung, die bei allen Bewohnern vorliegt, können viele von ihnen nämlich nicht allein das Haus verlassen, vom Besuchen von Veranstaltungen wie dem Straßenkarneval ganz zu schweigen. „Es sollen aber alle am jeckischen Treiben teilhaben können“, dachte sich die Karnevalsgesellschaft „Alles onger ene Hoot“.

Vor 29 Jahren entstand so die Idee zur DRK-Sitzung. Heute kommen Hunderte Gäste ins Haus. Am Es ist keine lange Sitzung mit ausschweifendem Programm. Stattdessen wird für etwa drei Stunden in gemütlicher und familiärer Atmosphäre gemeinsam gefeiert. „Programmpunkte von mehr als zehn Minuten wären für die Bewohner schlichtweg zu anstrengend“, erklärt Safi. „Sie können nicht einfach aufstehen, um sich etwas zu trinken zu holen oder sich eine Pause zu gönnen.“

Statt großer Redebeiträge setzt die Karnevalsgesellschaft eher auf Tanz- und Musikbeiträge aus eigenen Reihen. Für die Gäste sei dies einfacher. Das Prinzenpaar Prinz Axel I. und Niersius Thorsten sowie die Prinzenpaare aus Willich und Pesch kamen zu Besuch. Auch das Kinderprinzenpaar war dabei.

Hans-Jochen Brenneis ist Vorsitzender der KG „Alles onger ene Hoot“, die sich verstärkt für die Jugendarbeit einsetzt. Auch das Durchschnittsalter im DRK-Haus ist gering, viele der Bewohner sind durch Unfälle zu ihrer physischen Behinderung gekommen. Ziel der Sitzung sei es einerseits, den Menschen im Haus einen schönen Tag zu bereiten, gleichzeitig solle aber auch auf ihre Situation hingewiesen werden. Denn laut Safi gäbe es viele, die gar nicht wissen, dass es mitten in der Stadt ein Heim mit so vielen jungen Bewohnern gibt, die aufgrund von Schicksalsschlägen ihr Leben nicht mehr alleine meistern können. Brenneis ergänzt: „Die Vorbereitung erfordert extrem viel Arbeit. Aber das Lächeln auf den Gesichtern macht alles wieder wett.“