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Mönchengladbach: Gladbach hat neue Cricket-Gladiatoren

Mönchengladbach : Gladbach hat neue Cricket-Gladiatoren

Die Hochschule Niederrhein richtete Cricket-Turnier aus. Die Veranstalter hoffen in der Zukunft auf deutsche Beteiligung.

Der Bowler wirft den Ball. Ihm gegenüber steht der Schlagmann. Er hält einen Holzschläger in Händen, mit dem er den Ball treffen und möglichst weit weg schlagen will. Getroffen. Jetzt muss es schnell gehen. Die Mannschaftskollegen des Werfers, die im ganzen Feld verstreut stehen, müssen das Spielgerät möglichst schnell zurückbringen. Jubel bricht aus bei den MG-Gladiators. Es ging nämlich schnell. Der Schiedsrichter am Rande des Platzes notiert die Punkte.

 ... Der Bowler wartet.
... Der Bowler wartet. Foto: Detlef Ilgner

"Das Spiel läuft ähnlich ab wie Baseball", erklärt Mohammad Aslam Hossain. Gemeinsam mit seinem Kommilitonen Zia Uddin Shao hat er das zweiwöchige Cricket-Turnier, das bereits in der zweiten Auflage in Mönchengladbach stattfindet, ins Leben gerufen. Beide studieren an der Hochschule Niederrhein, die das Turnier veranstaltet. Und: Beide stammen aus Bangladesch, wo Cricket sehr beliebt ist. "Als ich vor acht Jahren zum Studieren nach Deutschland gekommen bin, habe ich diesen Sport sehr vermisst. Deswegen haben wir hier jede Gelegenheit genutzt, irgendwie Cricket spielen zu können", erzählt Hossain.

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Die Gelegenheit ergab sich meist auf dem Gelände der Hochschule. Der Dekan des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik, Professor Rudolf Haug, erinnert sich: "Es wurde oft auf dem Campus Cricket gespielt, und dann haben sich die Bälle auf dem Hochschuldach gesammelt. Das war natürlich kein Dauerzustand." So kam es schließlich zur Initiative der Studenten — und der Unterstützung der Hochschule. Denn gerade der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik zählt viele Studenten, die aus Ländern stammen, in denen Cricket Nationalsportart ist. "In unseren englischsprachigen Studiengängen haben wir rund 20 Prozent ausländische Studierende. Die meisten stammen aus Asien, China, Indien, Pakistan oder Bangladesch. Das sind die Länder, die auch als Produktionsstandorte für Textilien bekannt sind", sagt Rudolf Haug. Die logische Konsequenz: Cricket soll auch in den Hochschulsport aufgenommen werden. "Das hat bisher leider aus verschiedenen Gründen noch nicht geklappt, aber ab dem nächsten Jahr wird es dann wohl dazugehören", erzählt Haug.

Trikots, Schläger und Fähnchen, die das Spielfeld abgrenzen, gab es bereits von der Hochschule. Und dennoch: "Das Turnier ist zur Zeit noch etwas provisorisch. Aber wir wollen es weiter ausbauen, so dass es international wird und es vielleicht bald schon eine NRW-Meisterschaft gibt." Als Pflänzchen bezeichnet der Dekan das Projekt, das im Vorjahr gesät wurde und nun wachsen soll. Erste Früchte trägt das kleine Pflänzchen schon: Traten im letzten Jahr lediglich Mannschaften der eigenen Hochschule gegeneinander an, sind in diesem Jahr neben den drei Teams der Hochschule Niederrhein auch zwei Teams der Hochschule Rhein-Waal dabei.

Nicht nur ausländische Studenten sollen angesprochen werden. Mohammad Hossain hofft, dass sich mehr Deutsche für diesen Ballsport begeistern können. "In Zukunft würden wir uns sehr über die Beteiligung deutscher Studierender freuen, vielleicht kommen ja zum Finale auch einige Zuschauer", sagt er. Das Endspiel des Turniers wurde im Grenzlandstadion in Rheydt ausgetragen. Anschließend gab's ein gemeinsames Barbecue. "Denn neben dem Sport selbst ist auch der interkulturelle Aspekt interessant", sagt Haug. Er meint, dass Cricket gut nach Gladbach passt, "schließlich ist die Sportstadt dadurch um noch eine Sportart reicher." Um eine Sportart, die viel Konzentration verlangt, wenn der Bowler wieder mal den Ball wirft und der Schlagmann ihn treffen und möglichst weit weg schlagen will.

(rost)