Wie Integration spielerisch gelingen kann

Breitensport : Wie Integration spielerisch gelingen kann

In Erkrath bietet der KSB Mettmann Kindern drei Sonntage mit Sport in vielen attraktiven Varianten.

Der Kreissportbund Mettmann (KSB) lädt an drei Sonntagen im November und Dezember zu einem Spiel- und Sportangebot in die Sporthalle der Grundschule Sandheide ein. Die „Sports-Action-Sundays“ (SAS) richten sich an Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren aller Schulformen und Konfessionen. Die Aktion ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Kreisintegrationszentrum (KI) und dem „Marokkanischen Familien- und Kulturverein Hochdahl“ (MFKV). Grundgedanke ist die „Integration durch Sport“, eine Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes.

„Wir wollen ein niederschwelliges Angebot schaffen, um Kinder mit und ohne Migrationshintergrund zusammenzubringen“, erklärt Laura Kleinsimlinghaus vom KI. Deshalb ist die Teilnehme kostenlos und es ist keine Voranmeldung nötig. „Jeder kann kommen und gehen, wann er will“, sagt Kleinsimlinghaus. An sechs Stationen können sich die Kinder frei ausprobieren im Klettern, Balancieren oder Jonglieren. Bei der französischen Trendsportart „Parcours“ gilt es, sich möglichst schnell und elegant über Hindernisse hinwegzubewegen, und auch die Ringe aus dem Kunstturnen können zum Schwingen benutzt werden. „Sport ist immer ein gutes Medium, um in Kontakt zu kommen, das ist unser Ansatz“, erklärt Simon Tsotsalas, stellvertretender KSB-Geschäftsführer und Referent für „Integration durch Sport“.

Den Kindern soll ein Gemeinschaftserlebnis geboten werden, das über das reine Herumtollen hinausgeht. Der Nachmittag beginnt mit einem Gruppenspiel zum Aufwärmen, bevor es ans freie Spiel an den Stationen geht. In der Pause werden gesunde Snacks und Getränke gereicht und nach drei Stunden wird gemeinsam abgebaut. Ein letztes Abschlussspiel macht Lust auf den nächsten Sonntag, denn wem es gefallen hat, der kann gerne wiederkommen. Die „Sports-Action-Sundays“ gehen am 10. und 17. November sowie am 8. Dezember jeweils von 12.30 bis 15.30 Uhr über die Bühne. „Wenn es gut läuft, wiederholen wir das Ganze im Frühjahr“, sagt Simon Tsotsalas. Er könne sich auch vorstellen, daraus eine alljährliche Tradition zu machen und auf andere Städte im Kreis Mettmann zu übertragen.

„Viertel mit hohem Anteil an Einwohnern mit Migrationshintergrund gibt es in allen Städten“, berichtet Tsotsalas. Dass die Sandheide in Erkrath-Hochdahl gleichsam als Pilotprojekt ausgewählt wurde, sei Mohammed Assila zu verdanken. Der Lehrer und Vorsitzende des MFKV ist sehr engagiert in Erkrath und setzt sich für ein Miteinander der Kulturen ein.

Die Jugendlichen des MFKV werden die Kinder bei den SAS als „Coaches“ begleiten, dazu kommen noch Schüler des Gymnasiums Hochdahl als Sporthelfer. Die erwachsenen Übungsleiter vom TSV Hochdahl haben nur die Oberaufsicht. Dass die „Sports-Action-Sundays“ in der Sandheide stattfinden können, kommt dem „Glück im Unglück“ gleich: Bei dem verheerenden Brand im Sommer, der die Grundschule Sandheide fast komplett zerstört hat, blieb die Sporthalle 2 unversehrt.

Mehr von RP ONLINE