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Fußball: Fußball bestimmt ihr Leben

Fußball : Fußball bestimmt ihr Leben

Laura Leluschko ist Kapitän der deutschen U16-Auswahl. Ihr großes Ziel ist die Frauen-Nationalmannschaft. Dafür trainiert die Haanerin täglich.

Haan Fußball ist für Laura Leluschko mehr als nur Leidenschaft – das runde Leder bestimmt ihr Leben. Die 15-Jährige trainiert täglich für ihren großen Traum. Sie will mit der Frauen-Nationalmannschaft um Titel kämpfen. "Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg", sagt die Nachwuchsspielerin bescheiden.

Teamgeist besonders wichtig

Die Haanerin hat die ersten Schritte gemacht, sammelt bereits Erfahrungen in der U16-Auswahl. "Es ist schon etwas Besonderes, Deutschland zu vertreten und sich mit den besten Spielerinnen anderer Ländern zu messen." Sie ist stolz darauf dazuzugehören. "Wir verstehen uns alle gut, und es herrscht in der Mannschaft eine herzliche Atmosphäre." Der Teamgeist ist Laura Leluschko besonders wichtig. Die Innenverteidigerin trägt die Kapitänsbinde und versucht, nicht nur Anweisungen zu geben, sondern auch ein offenes Ohr für ihre Mitspielerinnen zu haben. "Dazu gehört auch, jemanden wieder aufzubauen." Obwohl sie kein Vorbild in der Frauen-Nationalmannschaft hat, ist ihr Respekt vor den Spielerinnen und ihren Leistungen groß. "Sie haben viel erreicht und ich weiß, wie viel Training und Verzicht dahinter stecken."

Kommende Saison in Leverkusen

Die Nachwuchsspielerin orientiert sich selbst an einem ausgefeilten Trainingsplan. Ab der kommenden Saison wird sie bei Bayer Leverkusen vier Einheiten pro Woche absolvieren. Dazu kommen regelmäßiges Joggen und ein Fitnessprogramm, über das sie Buch führt. "Einmal in der Woche schicke ich das an den Athletik-Coach des DFB, bei Lehrgängen schaut sich die Trainerin das genau an. Sie gibt dann Rückmeldungen, ob das ausreicht oder ob ich mehr machen sollte", erzählt die Haanerin.

Sie hat nur selten Zeit, sich mit Freunden zu treffen, und muss auf ihre Ernährung achten. Dennoch bekommt sie längst nicht die Anerkennung, die ihre männlichen Vereinskollegen genießen. "Die meisten Jungs in meinem Alter verdienen schon Geld mit dem Sport, während ich draufzahle. Jede Fahrt mache ich auf eigene Kosten."

Laura Leluschko glaubt, dass die deutsche Frauen-Nationalmannschaft auch deshalb so erfolgreich ist, weil dort eben keine Profis auflaufen. "Die Spielerinnen kämpfen mehr und sind mit dem Herzen dabei, weil sie mit dem Fußball kaum Geld verdienen." Sie erhofft sich von der morgen beginnenden WM im eigenen Land mehr Aufmerksamkeit für den Frauenfußball. "Das gestiegene Interesse ist schon spürbar und vom DFB kommt mehr Unterstützung, auch wenn das mit der Euphorie der Männer-WM 2006 nicht zu vergleichen ist." Die Nachwuchsspielerin traut dem Team von Trainerin Silvia Neid den Titel zu. "Das Finale erreichen sie auf jeden Fall." Die 15-Jährige wird die Spiele nur vor dem Fernseher verfolgen können. Sie ist selbst mit der U16-Nationalmannschaft unterwegs, um sich auf ein Turnier in Finnland vorzubereiten. "Wenn wir im Team gucken, diskutieren wir schon über die eine oder andere Situation." Laura Leluschko verfolgt vor allem die Bewegungen der jüngeren Spielerinnen wie Kim Kulig und Alexandra Popp. "Sie verstärken den Kader und ihnen gehört die Zukunft." Irgendwann will sie auch dazugehören.

(domi)