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TSV Bayer Leverkusen: Elfen hatten acht Corona-Fälle in ihren Reihen

Handball, Frauen-Bundesliga : Corona hat die Elfen hart erwischt

Acht Spielerinnen haben eine Infektion mit Covid-19 hinter sich, teils mit „deutlichen Symptomen“, wie Trainer Martin Schwarzwald sagt. Kapitänin Svenja Huber hat ihren Vertrag verlängert.

Fast vier Wochen nach dem Heimsieg gegen Mainz und nach nun zwei Wochen Corona-Quarantäne sollen Bayers Handballerinnen am Samstag wieder auf dem Feld stehen. Ob die angesetzte Partie bei Rosengarten 08-Buchholz aber auch wirklich stattfinden kann, ist noch nicht gewiss. Denn zunächst einmal stehen die abschließenden Corona-Tests an. Nur wenn die negativ ausfallen, ist Mittwoch der letzte Tag der Quarantäne. Selbst im besten Fall blieben also nur zwei Tage zur Vorbereitung auf das erste von sechs Spielen in nur 20 Tagen. Zudem geht es darum zu sehen, wie sich die Zwangspause und/oder Erkrankungen in der Mannschaft ausgewirkt haben und für welche Spielerinnen die Begegnung noch zu früh kommt.

Denn Corona hat die Elfen härter erwischt, als bislang bekannt war. Ausgelöst hatte die Quarantäne zunächst ein positiver Test. „Und dann stieg die Zahl der Fälle von Tag zu Tag an. Da konnten wir sehen, wie schnell das gehen kann“, sagte Trainer Martin Schwarzwald. Acht Betroffene gab es schließlich im Team – und das größtenteils „mit deutlichen Symptomen“, wie der Coach es umschreibt. Einer Elfe ging es zwischenzeitlich sogar so schlecht, dass sie eine Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus verbrachte. Inzwischen ist sie auf dem Weg der Besserung.

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Alle Spielerinnen mit positivem Test mussten vorsorglich komplett pausieren. Der Rest absolvierte zu den üblichen Trainingszeiten per Zoom-Videokonferenz zumindest Athletik-Einheiten. Vier Elfen durften sogar in die Halle, weil sie zum Zeitpunkt des Corona-Ausbruchs bei ihren Nationalteams waren: Mia Zschocke, Mareike Thomaier (beide Deutschland), Mariana Ferreira Lopes (Portugal) und Kristina Graovac (Serbien). Sie hatten so das Privileg, mit dem ebenfalls von der Quarantäne nicht betroffenen Abteilungsleiter und Torwarttrainer Andreas Thiel trainieren zu können und genossen es zudem, dass sie im Gegensatz zu den eingesperrten Teamkolleginnen auch Läufe im Freien machen durften.

Ideal war die Vorbereitung auf die letzten Saisonspiele also nicht. Und auch der stramme Terminplan dürfte zur Herausforderung werden – insbesondere die abschließenden Duelle mit Bietigheim, die an zwei aufeinander folgenden Tagen stattfinden sollen. „Aber das in diesen Zeiten halt so und lässt sich nicht ändern. Also bringt es auch nichts, darüber zu klagen. Wir versuchen jetzt einfach, das Beste aus der Situation zu machen“, sagt Schwarzwald.

So gelassen kann er auch deshalb sein, weil seine Elfen im gesicherten Mittelfeld stehen und weder mit dem Abstiegskampf, noch mit dem Rennen um die Europapokalplätze etwas zu tun haben. Hinter den Kulissen wird derweil am Kader für die neue Spielzeit gefeilt. Zu dem wird auch Kapitänin Svenja Huber gehören. Die 35-jährige Rechtsaußen verlängerte ihren auslaufenden Vertrag noch einmal um ein – diesmal aber wirklich letztes – Jahr. Managerin Renate Wolf ist darüber froh. „Von ihrer enormen Erfahrung werden nicht nur unsere jungen Spielerinnen sehr profitieren“, ist die Geschäftsführerin überzeugt.

Huber hat sich Zeit gelassen mit ihrer Entscheidung, sie dann aber mit voller Überzeugung getroffen. Den Ausschlag gab am Ende auch die gute Chemie im Team. „Ich verspüre nach wie vor große Freude, wenn ich diese Mannschaft als Kapitänin auf das Spielfeld führen darf. Einige der Mädels sind mir sehr ans Herz gewachsen“, sagt sie. Sie gebe gerne ihre Erfahrungen weiter.

Die Arbeit mit jungen Menschen will Huber auch nach der Karriere zu ihrer Aufgabe machen. „Bayer 04 hat mir ermöglicht, dass ich mir ab diesem Sommer beruflich als Erzieherin einen Traum erfüllen kann und dafür bin ich extrem dankbar“, erzählt sie. Zudem hofft die Ex-Nationalspielerin darauf, in der kommenden Saison noch einmal Spiele mit Zuschauern erleben zu können. Dazu muss jedoch erst einmal die Pandemie ausgestanden sein, von der die Elfen jetzt mehr mitbekommen haben als ihnen lieb war.