Fußball: Chance für Nachwuchskicker

Fußball: Chance für Nachwuchskicker

Interview Der frühere Fußball-Nationalspieler Rüdiger Abramczik leitete Training beim SC Unterbach.

Unterbach Mit 17 Jahren gab Rüdiger Abramczik 1973 sein Debüt in der Fußball-Bundesliga. Damit war er damals der bis dahin jüngste Profi in der höchsten deutschen Spielklasse. Jetzt war der 51-jährige frühere Flügelflitzer zu Gast auf der Anlage des SC Unterbach am Millrather Weg und leitete das Training von etwa 50 C- und D-Junioren des Vereins. Es war die erste Übungsstunde der Initiative „Die große Talentförderung“ der Bitburger Braugruppe. RP-Mitarbeiter Daniel Oelbracht unterhielt sich vor dem Training mit dem früheren Nationalspieler.

Leiten Sie zum ersten Mal ein solches Talentfördertraining?

Abramczik Ich habe schon immer mit Jugendlichen trainiert, weil ich mit meinem alten Weggefährten Klaus Fischer zusammenarbeite. Er leitet die Fußballschule im Europapark Rust, für die ich seit vielen Jahren in ganz Deutschland unterwegs bin, um Talente zu finden.

Was machen Sie mit den Jungs beim Training?

Abramczik Zunächst einmal führe ich das Training nicht alleine durch, sondern erhalte Unterstützung durch Jugendtrainer des jeweiligen gastgebenden Vereins. Hier in Unterbach stehen mir heute drei Kollegen zur Seite. Wir wollen unter anderem das Dribbling der Spieler verbessern, widmen uns aber auch dem Torschuss. Ich gehe dabei durch die einzelnen Gruppen, beobachte genau, wie sich die Jungs anstellen, und gebe dann Tipps zur Verbesserung.

Gibt es eine Bewertung der Teilnehmer?

Abramczik Nach Rücksprache mit den Jugendtrainern benenne ich bis zu drei Spieler, die sich für die Landesauswahlrunde qualifizieren. Wer sich da durchsetzt, schafft es zum Bundeswettbewerb. Die besten 22 Nachwuchskicker erhalten ein Fußball-Stipendium an der Klaus-Fischer-Fußballschule.

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Hat die Fußball-WM einen Einfluss auf die Fußballbegeisterung der Jugendlichen?

Abramczik Grundsätzlich muss man sagen, dass bei der WM in erster Linie die Stimmung super war, aber das nicht unbedingt nur mit dem Fußball zu tun hatte. Die Bitburger-Initiative bietet den Jugendlichen die Chance, wirklich etwas zu lernen und sich weiter zu entwickeln.

Hat sich der Fußball an sich seit Ihrer Zeit als Profi sehr verändert?

Abramczik Die Medien spielen eine größere Rolle. Ich glaube außerdem nicht, dass ein Gerald Asamoah schneller ist, als ich es damals war. Nicht die Fußballer sind schneller geworden, sondern die Kameras. Ich beobachte in der Bundesliga zu viel Krampf und Gerenne.

Privat rennen Sie ja inzwischen kaum noch. Wie steht es um Ihr Golfspiel?

Abramczik Ich bin viel mit meinen alten Freunden auf dem Golfplatz unterwegs, der nur fünf Minuten von meinem Haus entfernt ist. Ich bin Mitglied der Gofus, der golfspielenden Fußballprofis, welche die Initiative „Platz DA!“ für mehr Spiel- und Bolzplätze gegründet hat. Darüber kamen wir auch mit Bitburger ins Gespräch. Ich habe Handicap elf. Das ist aber nichts im Vergleich zu Klaus Fischer – der hat Handicap sechs.

(RP)
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