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Tierschützer in Meerbusch wollen Straße zeitweise und in Teilen sperren

Umweltschutz in Meerbusch : Stadt soll Durchfahrtsverbot sichern

Tierschützer wollen eine Absperrung im Bereich Am Berg/Bovert bis Mitte September. Beim Zählen der Amphibien hat sich herausgestellt, dass es im Meerbuscher Wald eine der größten Erdkrötenpopulationen in NRW gibt.

Die Mitglieder des Aktionskreises für Tierrechte und Naturschutz sind bei den jährlichen Krötenwanderungen unermüdlich im Einsatz. Im vorigen Jahr bewahrten sie an die 11.200 Amphibien davor, von Autos überfahren zu werden.

Als die Tierschützer neulich ihre Zahlen an das Landesamt für Natur, Umwelt, Verbraucherschutz (Lanuv) meldeten, erlebten sie eine positive Überraschung. Der Amphibien-Experte Arno Geiger klärte sie darüber auf, dass sie mit ihrem Einsatz eine der größten Erdkrötenpopulationen in NRW schützen. Derart großen Populationen bemisst er für den Erhalt der Art eine wichtige Bedeutung bei. Der Zählstandort Meerbusch-Kaarst wurde in die NRW-Datenbank aufgenommen und an das Umweltforschungszentrum in Leipzig weitergeleitet. Dort wird gerade ein deutschlandweiter Überblick über die Verteilung der Arten und Trendanalysen erstellt.

Ein Großteil der Amphibien lebt im Naturschutzgebiet „Der Meerbusch“ zwischen Meerbusch und Kaarst. Zum Laichen machen sie sich auf den Weg zu den Baggerlöchern in der Umgebung. Ein gefährliches Unterfangen. In Massen queren sie die Straße Broicherseite, wo sie die Tierschützer meist bei Regen auflesen und auf sicheres Terrain bringen. Dabei ist die Durchfahrt verboten. Doch nicht alle Verkehrsteilnehmer halten sich daran. Aus diesem Grund hatten sich vor einigen Wochen zwei Tierretter in Froschkostümen in Bovert an der Straße Am Berg/Broicherseite und an der Stadtgrenze Kaarst/Meerbusch gestellt, um auf das Durchfahrtsverbot für Autos aufmerksam zu machen.

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„An dem Tag, einem Sonntag, waren sehr viele Leute zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs und jede Menge Autos, die das beidseitige Durchfahrtsverbot missachteten“, berichtet Elke Mertens vom Meerbuscher Aktionskreis. Für die Aktion hätten sie viel Zuspruch bekommen, denn Menschen, die dort Erholung suchten, seien genervt gewesen von den Schleichwegfahrern.

Schon im vorigen Jahr hatte sich Elke Mertens hilfesuchend an die Stadt Meerbusch gewandt. In Krefeld und Grevenbroich werden Straßen, die für Amphibienwanderungen genutzt werden, vom Abend bis in den Morgen mit einer Schranke gesperrt. Bislang wird von der Stadt Kaarst zu Beginn der jährlichen Amphibienwanderung eine Bake auf Meerbuscher Stadtgebiet aufgestellt. Diese wird im Frühjahr aber wieder abgebaut.

Der Aktionskreis appelliert an die Stadt Meerbusch, dass sie das Durchfahrtsverbot mit einer Absperrung bis etwa Mitte September sichert. Denn erst dann ist der Amphibiennachwuchs zum Landhabitat zurückgekehrt. Ansonsten würden Autofahrer auf den 2100 Metern zwischen Am Berg/Bovert und der L30 um die 100 Jungtiere überfahren. Bei ihrem Anliegen werden die Tierschützer von der Fraktion UWG/Freie Wähler Meerbusch unterstützt. Sie stellt einen entsprechenden Antrag im Ausschuss für Klima, Umwelt und Bauen (17. März, 17 Uhr, Realschule Osterath). In der Begründung zitiert die UWG das Bundesnaturschutzgesetz §44 (1). „Es ist verboten, wild lebende Tiere der besonderen geschützen Arten ... zu töten.“ Alle 20 Amphibienarten in Deutschland seien gesetzlich entweder besonders oder sogar streng geschützt, erinnert die UWG.