Pumpwerk in Ossum: Bauarbeiten in Meerbusch sollen Ende April fertig sein

In Meerbusch wird gebuddelt : Endspurt auf Meerbuscher Baustellen

Ein neues Pumpwerk in Ossum, ein Quartiersplatz in Strümp und die Erschließung eines Neubaugebiets in Büderich-Süd: Die Bausaison kommt auch in Meerbusch wieder richtig in die Gänge.

Er tritt mit der Schuhspitze gegen die Kante, dann geht er in die Hocke und schaut sich kritisch den Verlauf der Pflastersteine an. „Das ist alles tip-top, wirklich klasse Arbeit“, lobt Matthias Unzeitig die Handwerker. Der Fachbereichsleiter für Straßen und Kanäle ist derzeit auf verschiedenen Baustellen unterwegs, die in den nächsten Wochen fertig sein sollen, und schaut sich die Schlussarbeiten an. „Zurzeit arbeiten wirklich sehr gute Firmen für uns, da haben wir richtig Glück gehabt mit den Ausschreibungen“, sagt Unzeitig.

Die Asphaltmaschine wird ins Büdericher Neubaugebiet an der Ruth-Niehaus-Straße transportiert. Die letzte Asphaltdecke fehlt noch. Foto: Verena Bretz

In dem Neubaugebiet an der Erich-Kästner-Straße in Strümp etwa ist der neue Erich-Kästner-Platz entstanden. Ein gepflasterter Quartiersplatz mit Beeten und Bäumen – nur die Bänke fehlen noch. „Wir haben vorher einen Bürgerabend veranstaltet, bei dem die Anwohner ihre Wünsche für den Platz äußern konnten“, sagt er. Nun gibt es dort ein großes Beet in der Mitte mit Bodendeckern, auf dessen Rand man sitzen kann. In den Beeten rundherum wachsen Sträucher, die rosa und weiß blühen, außerdem Rot-Ahorn-Bäume und Kirschbäume.

Der Erich-Kästner-Platz ist ein gepflasterter Quartiersplatz mit Bäumen und Beeten. Bald werden noch Bänke aufgestellt. Foto: Verena Bretz

Auch der Vorplatz an der Erich-Kästner-Straße wurde komplett neu angelegt und mit extra dicken und robusten Steinen gepflastert. Die Bäume dort werden – wie alle anderen neu gesetzten Bäume auch – mit einer speziellen Belüftungstechnik und einem besonderen Substrat ernährt. Unzeitig erklärt: „Damit fühlen sich die Bäume so wohl, dass sie ihren vorgesehenen Kubus von vier Quadratmeter Fläche gar nicht verlassen wollen.“ Diese Technik soll verhindern, dass die Wurzeln später in die Breite wuchern und das Pflaster anheben. Die Kosten für das Projekt, das Ende April fertig sein soll: rund 300.000 Euro für den Straßenbau und 30.000 Euro für die Pflanzen.

Bauarbeiter setzen Pflastersteine auf dem Vorplatz Erich-Kästner-Straße. Foto: Verena Bretz

An der Ruth-Niehaus-Straße im Büdericher Süden rollt die Asphaltmaschine um die Ecke. Das Neubaugebiet soll in den nächsten Wochen erschlossen werden. „Auf der Fahrbahn fehlt noch die letzte Asphaltdecke“, erklärt Unzeitig. Die Straße (200 Meter Länge) wurde komplett neu aufgebaut, an den Rändern sind Parkbuchten entstanden, außerdem wurden zwölf Beete angelegt und ebenso viele Bäume gepflanzt. Auf den Gehwegen entdeckt der Fachmann noch einige Schwachstellen, beispielsweise wurde an einem abgesenkten Gehweg die Markierung für Sehbehinderte nicht ganz korrekt eingebaut. „Das müssen wir noch ändern“, sagt er und macht sich eine Notiz. Die Kosten für das Projekt, das Ende April fertig sein soll: rund 300.000 Euro für den Straßenbau und rund 20.000 Euro für die Bepflanzung.

Neue Pflanzen für den Erich-Kästner-Platz in Strümp. Foto: Verena Bretz

Die wohl spannendeste Baustelle ist aktuell im Stadtteil Ossum-Bösinghoven: An der Ecke der Bösinghovener Straße/Im Rott wird seit knapp zwei Wochen ein neues Schmutzwasserpumpwerk gebaut – und zwar, während das alte noch arbeitet. „In Sachen unterirdische Technik passiert total viel, obwohl man fast nichts sieht“, sagt Unzeitig. „So ein Umbau unter Betrieb ist besonders schwierig.“ Denn natürlich muss das Schmutzwasser aus der Vogelsiedlung und aus Nord-Bösinghoven (bis zu dreimal 15 Liter pro Sekunde) auch während der Bauzeit in Richtung Klärwerk Ilverich gepumpt werden können. Die neue Pumpe wird deshalb leicht versetzt neben der alten eingebaut. Die war nach rund 45 Jahren Betrieb „total marode“, so Unzeitig.

Eigentlich sollten die dafür nötigen Betonteile mit drei Meter Durchmesser in diesen Tagen ankommen und eingebaut werden. „Nun hat sich die Lieferung auf nach Ostern verzögert“, sagt Projektleiter Georg Bahners. Die Besonderheit: Die neue Pumpe hat einen Notumlauf. Heißt: Das Schmutzwasser läuft selbst bei einem Stromausfall nicht auf die Straße. Außerdem rutschen die großen Betonteile beim Einbau über einen sogenannten Absenkschacht von selbst nach unten bis in fünf Meter Tiefe. Georg Bahners erklärt: „Das Teil wird oben aufgestellt, mit einer extra Rutschflüssigkeit eingeschmiert und rutscht dann bis unten. Dort wird es dann einbetoniert.“

Die Kosten für das Projekt: rund 285.000 Euro.

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