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Meerbusch: Fotos von Stadt, Natur und Architektur

Kultur in Meerbusch : Johannes Bär hat den Blick fürs Detail

Der 83-jährige ehemalige Architekt präsentiert seine Fotos im Treffpunkt der Caritas-Einrichtung „Wohnen mit Service“ in Osterath.

Johannes Bär liebt Spiegelungen. Die gäben einem Foto Tiefe und verändern die Sichtweise, erklärt der 83-Jährige. Derzeit sind seine Fotos im Treffpunkt der Caritas-Einrichtung „Wohnen mit Service“ an der Paul-Klee-Straße 20 in Osterath zu sehen, wo der rüstige Senior mit seiner Frau seit gut zwei Jahren wohnt. Normalerweise hängen einige Drucke im zentralen Bereich der Anlage. „Es war meine Idee, dort einmal eine zeitlich befristete Ausstellung zu machen“, erzählt Bär.

Mit seinen künstlerischen Fotos an den Wänden ergibt sich gleich ein neues Bild des hellen Raumes, in dem sich die Senioren zum Kaffeetrinken und zu Gruppenangeboten treffen. Bär, der vor seinem Ruhestand als Architekt arbeitete, hat naturgemäß ein Faible für Gebäude und gerade Linien. Aber auch Blumen, Blätter und Platinen aus alten elektronischen Geräten haben es ihm als Motiv angetan. „Es kommt auf den genauen Blick, das Detail an“, erklärt er. Sein bevorzugtes Ziel ist Düsseldorf, wo er mit seiner Kamera, einer Sony A7, unterwegs ist. Besonders während der Corona-Zeit hat er die neue Architektur in der Landeshauptstadt vor die Linse genommen. Auf einem großformatigen Foto in Schwarz-Weiß spiegelt sich im Portal des Hyatt-Hotels ein runder Turm. Die Silhouetten zweier Männer sind auf der großen Treppe zu erkennen. In der silbern schimmernden Fassade von Breuninger sieht der Betrachter Schauspiel- und Dreischeibenhaus sowie die neue Bebauung Kö-Bogen 2 mit der schrägen Rasenfläche. „Sehen Sie, auf diesem Bild können Sie einiges entdecken, wenn Sie genau hinschauen“, sagt der Fotokünstler beim Rundgang. In der Tat sieht man auf einem weiteren Foto in der Auslage eines Herrenmodegeschäfts nicht nur Schaufensterfiguren mit Hosen, Hemden und Krawatten, sondern auch die Front des gegenüberliegenden Hauses. Wer genau hinschaut, sieht sogar den Fotografen.

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Seinem Blick auf die Moderne entspringen auch die Fotos von der Insel Hombroich: klare, weiße Wände mit einem Durchblick auf die Natur. Alte Industriearchitektur wie im Landschaftspark Duisburg biete spannende Einblicke, aber auch ein einsamer Stein im Rhein oder ein Blatt der Osterather Struckslinde könne durchaus reizvoll sein, so Bär. Bei Niedrigwasser hat er ein altes Blech geborgen, das bereits Muscheln und Kalk angesetzt hatte, und daraus ein abstraktes Motiv komponiert. Die schönen Blumenfotos habe er „für die älteren Herrschaften“ in die Ausstellung aufgenommen, sagt er Augen zwinkernd.

Bär stammt aus Frankfurt, lebt aber schon seit 1968 in Meerbusch, zunächst in Büderich auf der Dorfstraße und dann am Krähenacker in Osterath. Der Vater von zwei Töchtern und sechs Enkeln hat schon immer gerne fotografiert, war jedoch zeitweilig beruflich so eingespannt, dass er dieser Ambition wenig nachgehen konnte. Er war beispielsweise nach der Wende in Leipzig und Dresden engagiert, wo er sich um die Restaurierung historischer Gebäude gekümmert hat. In seiner Heimatstadt Meerbusch will er nun ein neues Foto-Projekt realisieren. Er hat die Bahnunterführung an der Strümper Straße ganz detailliert fotografiert und möchte daraus eine Foto-Serie machen – bevor dieses alte Relikt abgerissen wird.

An den kommenden Wochenenden können Besucher zu folgenden Zeiten die Ausstellung besuchen, Johannes Bär ist anwesend: samstags (20. November) und sonntags (14. und 21. November) jeweils von 11 bis 13 sowie von 14 bis 17 Uhr. Besuche sind auch nach individueller Terminvereinbarung möglich, Telefonnummer 02159-525420.