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Krefeld leiht Exponate für Ausstellung "Adel an Rhein und Ruhr"

Krefelder Kunst in Essen zu sehen : Ausstellung „Adel an Rhein und Ruhr“

In der Ausstellung „Eine Klasse für sich. Adel an Rhein und Ruhr“ im Ruhr Museum in Essen werden über 800 Objekte gezeigt. Auch Krefeld hat dafür verschiedene Exponate seiner Museen ausgeliehen.

Das Deutsche Textilmuseum, das Stadtarchiv und das Museum Burg Linn haben diverse Exponate für die Ausstellung „Eine Klasse für sich. Adel an Rhein und Ruhr“ in das Ruhr Museum in Essen ausgeliehen. Erstmals wird in einer Ausstellung die Geschichte des Adels in der Region vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart dargestellt.

Zu den Krefelder Leihgaben zählt unter anderem das „Wettenbuch adeliger Offiziere aus dem 11. Husaren-Regiment mit Sitz in Krefeld“. Es stammt aus dem Bestand des Stadtarchivs. Die Eintragungen beginnen 1846 und enden 1912. Freiherr Max von Romberg schenkte dem Regiment, das zuerst in Düsseldorf und ab 1906 in Krefeld stationiert war, das Buch. In den folgenden Jahren fanden diverse Wetten rund um die Thema Heirat, Karriere und Sport zwischen den Offizieren statt. Die Wetteinsätze bestanden nicht selten aus Champagner, Sekt und Wein.

Damit die Wetten korrekt erfolgten, wurden die Art der Wette, der Einsatz und Zeugen in dem Buch festgehalten. Zu den sportlichen Wetten zählte unter anderem 1848 der Ritt des Prinzen von Salm-Salm von Münster nach Hamm innerhalb von zwei Stunden. Ein Leutnant von Salmuth schwamm 1858 im Rhein ohne Pause von einer Düsseldorfer Brücke bis nach Kaiserswerth. Die adeligen Offiziere pflegten so bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs ihre Rivalitäten.

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Aus dem Bestand des Deutschen Textilmuseums stammt das Taufkleid des Prinzen Heinrich von Preußen. Der jüngere Bruder des späteren Kaisers Wilhelm II. soll es bei seiner Taufe 1862 in Potsdam getragen haben. Vermutlich handelt es sich um ein Geschenk seiner Tante und Patin, Prinzessin Helene von Großbritannien, einer Tochter Königin Victorias. Für eine britische Herkunft spricht vor allem die Verarbeitung in Ayreshire-Stickerei. Das Museum Burg Linn hat unter anderem archäologische Funde wie ein Schwert aus dem fränkischen Gräberfeld in Gellep.

In der Ausstellung „Eine Klasse für sich. Adel an Rhein und Ruhr“ werden über 800 Objekte aus rund 160 Museen, Archiven, Bibliotheken und Privatsammlungen gezeigt. Adelige Familien stellen zudem noch nie ausgestellte Exponate zur Verfügung: Bildnisse ihrer Vorfahren und andere Gemälde, Silber- und Porzellangeschirr sowie Glaspokale und Sammlerstücke. Urkunden, Stammbäume und illustrierte Bücher aus den zum Teil bis ins 16. Jahrhundert zurückgehenden Adelsbibliotheken geben Einblicke in ihre ehemalige Lebenswelt. Die Bandbreite an Exponaten reicht vom Mittelalter bis in die heutige Zeit und umfasst das ganze Spektrum der Kunst- und Kulturgeschichte. Die Ausstellung endet am 24. April.

Informationen unter www.ruhrmuseum.de

(RP)