Krefelder Wohlfahrtsverbände unterwegs Hilfen für Menschen ohne Obdach in der kalten Jahreszeit

Krefeld · Die Streetworker sind bei niedrigen Temperaturen an zwei Nächten in der Woche von 22 bis 2 Uhr unterwegs. Stadt, Diakonie, Caritas und Emmaus-Gemeinschaft kooperieren.

 Krefelds Caritas-Vorstand  Delk Bagusat

Krefelds Caritas-Vorstand  Delk Bagusat

Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Für die kalte Jahreszeit hat der städtische Fachbereich Soziales, Senioren und Wohnen gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden Caritas Krefeld und Diakonie Krefeld und Viersen sowie der Emmaus-Gemeinschaft Krefeld Hilfsangebote entwickelt für Menschen in Krefeld, die in den Wintermonaten auf der Straße leben. „Die Gründe für ein Leben auf der Straße sind unterschiedlich“, weiß Sozialdezernentin Sabine Lauxen. „Manche Menschen können einfach kein Dach über dem Kopf ertragen, bei anderen steckt eine Suchtproblematik dahinter. Wir wollen mit verschiedenen niederschwelligen Angeboten die unterschiedlichen Bedürfnisse der Betroffenen abdecken, um sie vor gesundheitlichen Schäden zu bewahren.“

Seit November gibt es deshalb ein Angebot an Unterkünften für die Nacht und auch tagsüber für rund 80 Menschen ohne Obdach. Zudem sind die Streetworker verstärkt unterwegs. Die Stadt hat die Obdachlosenunterkunft an der Feldstraße im Winter auch tagsüber geöffnet. Neben den Übernachtungsräumen für rund 50 Personen stehen zwei bis drei Aufenthaltsräume über Tag zur Verfügung, ebenso wie die Hygieneräume und Waschmaschinen. Die Diakonie hat das Haus an der Lutherstraße 18, das viele Jahre bis Mitte 2020 als Notschlafstelle diente, für Übernachtungen von circa 20 Personen geöffnet. Der Tagesaufenthalt mit den dazugehörigen Angeboten läuft weiter wie gewohnt. „Zusätzlich besteht nun in den Wintermonaten die Möglichkeit, die Räume des Tagesaufenthalts in der Nacht als ‚Wärmestube‘ zu nutzen.“ erläutert der Geschäftsführer der Diakonie, Ludger Firneburg.

In Absprache mit dem Gesundheitsamt ist zudem die Notschlafstelle der Caritas an der Melanchthonstraße, die in Corona-Zeiten nur für acht Personen ausgelegt ist, wieder auf volle Kapazität (elf Personen) hochgefahren. „Die Streetworker sind außerdem bei niedrigen Temperaturen an zwei Nächten in der Woche von 22 bis 2 Uhr in der Stadt unterwegs. Sie fahren zu den bekannten Orten im Stadtgebiet, an denen Menschen draußen ihr Nachtlager aufschlagen“, berichtet Caritas-Vorstand Delk Bagusat. So seien die Sozialarbeiter noch mobiler und können Schlafsäcke, Decken, warme Jacken und andere Hilfsmittel transportieren. Auch die Emmaus-Gemeinschaft Krefeld ist Teil der Kooperationsgruppen. „In unserem Tagestreff an der Tannenstraße konnten die Besucher bereits im Vorfeld ihren größten Bedarf auflisten. Dazu gehörten Schlafsäcke, warme Kleidung und ein warmer Aufenthaltsort“, berichtet Elisabeth Kreul von der Emmaus-Gemeinschaft. In den Wintermonaten öffnet das ehrenamtliche Team deshalb den Treff bis 18 Uhr. Hier gibt es die Möglichkeit eines warmen Aufenthalts, Essen und auch eine Kleiderausgabe. „Für Krefeld haben wir hiermit eine gute Lösung gefunden“, fasst Sabine Lauxen die Angebote der Kooperationspartner zusammen. „Es wird niemand in die Kälte geschickt, und niemand muss auf der Straße bleiben.“

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