Handball : Verband findet Lösung im Streit um LTV-Meldung

Der OSC Rheinhausen darf nun doch in der Regionalliga bleiben, auch wenn der Leichlinger TV seine nicht-existente Mannschaft meldet. Das haben die Ligaverantwortlichen am Dienstag angekündigt.

Im Fall der umstrittenen Meldung des Leichlinger TV für die Handball-Regionalliga hat der Verband eine Lösung präsentiert. Wie Staffelleiter Peter Monschau dieser Redaktion am Dienstagabend bestätigte, bleibt die Meldung des LTV für die vierthöchste deutsche Spielklasse bestehen. Zugleich soll die Regionalliga in der kommenden Saison auf 15 Teams aufgestockt werden. Dies hätte zur Folge, dass der OSC Rheinhausen nicht in die Oberliga absteigen muss. Somit können in der Verbandsliga zudem die Aufstiegsspiele zwischen dem TuS Lintorf und dem TV Kapellen stattfinden. Geplant sind die Duelle bereits wieder für Samstag, 4. Juni (Anwurf 18 Uhr in Kapellen) und Sonntag, 12. Juni (Anwurf 15 Uhr in Lintorf).

„Leichlingen wird sofort auf seinen Startplatz verzichten und nur pro forma in der Liga starten“, erklärte Monschau und führte weiter aus: „Rheinhausen übernimmt in der Praxis dann den freiwerdenden LTV-Platz. Dies ist möglich, weil Leichlingen nicht ins Spielgeschehen eingreifen wird. Wir haben es im Sinne der Vereine geregelt. Niemanden entsteht dadurch ein Nachteil." Lintorf und Rheinhausen hatten hinter den Kulissen gemeinsam mithilfe eines Anwalts Bemühungen unternommen, um den OSC-Abstieg und die damit verbundene Kettenreaktion zu vermeiden.

  • Foto: imago (archiv)
    Handball : Leichlinger TV löst Dominoeffekt aus
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    Handball : LTV meldet für die Regionalliga – ohne Team und Trainer

In Lintorf reagierten die Verantwortlichen erleichtert. „Wir sind natürlich sehr froh, dass der Verband im Sinne des Sports entschieden hat und sich die harte Arbeit hinter den Kulissen in den letzten 48 Stunden gelohnt hat“, sagte Pressewart Hajo Pfeiffer. Klaus Stephan, Abteilungsleiter beim OSC Rheinhausen, betonte: „Bei uns herrscht pure Erleichterung. Das ist eine Entscheidung im Sinne des Sports. Sie hilft nicht nur uns, sondern auch weiteren Vereinen. Das rechne ich dem Verband hoch an.“

Der LTV hatte mit der völlig überraschenden Meldung am Samstag heftige Reaktionen in der Szene ausgelöst. Die Blütenstädter, die ihr Drittliga-Team zu Jahresbeginn vom Spielbetrieb zurückgezogen hatten und von der Bildfläche verschwunden waren, hatten keinen Hehl daraus gemacht, dass sie gar nicht beabsichtigen in der Regionalliga an den Start zu gehen. Ein LTV-Team existiert derzeit nicht. Der frühere Westdeutsche Meister wollte mit der Meldung den sofortigen Absturz auf Kreisebene umgehen – und schafft dies nun auch. Anders als bislang gedacht, müssen den Preis dafür aber keine anderen Klubs bezahlen.

Bislang war davon ausgegangen worden, dass der OSC Rheinhausen seinen Platz für den LTV aufgeben muss. Dies plant der Handball Nordrhein e.V., der Zusammenschluss der Verbände Niederrhein und Mittelrhein zur Abwicklung der Regionalliga, nun mit der Aufstockung zu verhindern. Dies ist laut Durchführungsbestimmungen möglich. In diesen heißt es: „Mannschaften, die sich in der Zeit zwischen Meldetermin und Folgespielsaison zurückziehen, werden auf die abzusteigenden Mannschaften der Folgespielsaison angerechnet. In diesen Fällen steht es dem Vorstand des Handball Nordrhein e.V. frei, nach billigem Ermessen zu entscheiden, ob die Liga noch aufgestockt werden kann.“