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TSV Bayer 04 Leverkusen: Elfen erleben Samstag zum Vergessen

Frauenhandball, Bundesliga : Elfen erleben Samstag zum Vergessen

Die Bundesliga-Handballerinnen des TSV Bayer 04 unterliegen der HSG Bensheim/Auerbach mit 20:23. Neben Problemen auf dem Feld sorgten ein Corona-Fall im Umfeld von Zoë Sprengers sowie Doping-Tests für Turbulenzen.

Der neue Tabellenführer feierte mit den 250 Fans in der Weststadthalle – und Bayers Handballerinnen mussten zusehen. Enttäuscht und ebenso fassungs- wie ratlos ließ die 20:23 (9:13)-Niederlage bei Bensheim/Auerbach die Leverkusenerinnen zurück.

Der personelle Umbruch im Sommer, die drei Wochen Pause der Elfen, das Fehlen von Zoë Sprengers und der frühe und umstrittene Ausschluss von Mareike Thomaier (Rot in der 25. Minute) spielten zwar sicherlich auch eine Rolle, erzählten aber nur einen Teil der Geschichte dieser bitteren Niederlage. Viel entscheidender war wohl, dass die von Ex-Elfe Heike Ahlgrimm exzellent eingestellten „Flames“ den Gästen von Beginn an den Schneid abkaufen.

Selbst als die Elfen nach zwischenzeitlich sechs Toren Rückstand (10:16) noch einmal auf zwei Treffer herankamen (17:19), wirkten sie nicht überzeugt und entschlossen genug, um die Partie tatsächlich drehen zu können. Das führte zu Fehlern, schwachen Würfen und dazu, dass der Moment der Hoffnung schnell wieder vergangen war. „Wir haben zu viele Bälle leichtfertig weggegeben, ohne dass der Gegner etwas dafür tun musste“, ärgerte sich Managerin und Co-Trainerin Renate Wolf.

Offensiv wirkte Bayer fast durchgängig fahrig, verunsichert, ideenlos – und sichtlich beeindruckt von der bissigen und unangenehmen Bensheimer Verteidigung, die ihnen die Freude am Spiel raubte. Mehr als 20 – zum Teil haarsträubende Fehlwürfe – und mehr als zehn Ballverluste durch technische Fehler waren der statistische Beleg für die mangelnde Durchschlagskraft.

Besonders schlimm anzusehen war der erste Durchgang, nach dem das Team von Trainer Michael Biegler mit nur vier Toren Unterschied noch sehr gut bedient war. Denn vor der Pause hatte es zusätzlich zur Offensischwäche auch in der Abwehr – in den vergangenen Jahren stets die Leverkusener Paradedisziplin – mächtig gehakt. Zumindest defensiv war nach dem Seitenwechsel eine klare Steigerung sichtbar. „Da standen wir hinten endlich gut und engagiert und haben uns viele Möglichkeiten nach vorne erkämpft“, sagte Wolf. Diese Chancen fielen dann freilich den bereits erwähnten Unzugänglichkeiten im Angriff zum Opfer.

Allerdings gab es an diesem „rundum gebrauchten Tag“ auch einige äußere Faktoren, die nicht gerade förderlich waren. Erst morgens entschied sich, dass die Elfen überhaupt fahren durften, weil Sprengers erster Test nach einem Corona-Fall im engsten Umfeld negativ ausfiel. Sonst hätte neben der Niederländerin auch das gesamte Team in Quarantäne gehen müssen. Für zusätzliche Aufregung sorgte in der Halbzeit die Ankündigung, dass nach Spielende Doping-Tests die Heimfahrt verzögern würden. „Für einen Tag ist das ein bisschen viel zusätzliche mentale Belastung. Das sollte man auch berücksichtigen“, erläuterte Wolf. Aber als alleinige Entschuldigung für den schlechten Auftritt möchte sie die widrigen Umstände nicht gelten lassen.

Die Pleite wäre noch deutlicher ausgefallen ohne zwei Treffer in der Schlussminute, vor allem aber ohne Keeperin Kristina Graovac. Sie hielt trotz mangelnder Unterstützung grandios. Einige starke Paraden – bei freien Würfen, Gegenstößen und einem gehaltenen Siebenmeter – machten sie zum einzigen echten Lichtblick an einem ansonsten düsteren Abend. Das beste daran war wohl noch das etwas schmeichelhafte Resultat. „20:23 hört sich knapper an, als es sich für mich angefühlt hat“, betonte Wolf.

So bleibt viel zu tun bis zum nächsten Spiel in Buxtehude, das durch eine Länderspielpause der Liga erst nächste Woche ansteht.

Elfen Graovac, Fehr (bei einem Siebenmeter) – Thomaier, Jurgutyte (5), Hinkelmann (nicht eingesetzt), Zschocke (3), Holste (1), Souza (2), Kämpf, Bruggeman (1), Keita (3), Polsz (n.e.), Einarsdottir (1), Huber (4/3).