Basketball : Selbstbewusst im Löwenkäfig

Mit dem Erfolg gegen Wolfenbüttel haben die Bayer Giants den Kontakt zu den Nicht-Abstiegsplätzen wieder hergestellt. Mit einem Sieg über Herten kann das Team von Achim Kuczmann nach Punkten zum Tabellenneunten Wulfen aufschließen.

Die Erleichterung nach dem ersten Sieg 2012 war groß: bei den Fans, die ihre Helden nach der imposanten Goddek-Show gegen Wolfenbüttel ausgiebig feierten; bei den Spielern, die sich daran nur allzu gerne beteiligten; bei Abteilungsleiter Frank Rothweiler, der auf der Tribüne erst mal kräftig ausatmete; und natürlich bei Achim Kuczmann, wenngleich es der Trainer der Riesen vom Rhein in solchen Momenten eher ruhiger angehen lässt. "Nach der herben Klatsche in Hannover war das natürlich ein immens wichtiger Sieg für unser Selbstvertrauen. Wichtig war allerdings auch, dass die Mannschaft gesehen hat, wozu sie in der Lage ist, auch wenn nicht alle Spieler an Bord sind", meinte Kuczmann.

Hoffen aus Robinsons Einsatz

Am personellen Zustand hat sich auch eine Woche später nicht viel geändert. Zumindest Marc Rass, gegen die Niedersachsen noch geschont, dürfte wieder eine Alternative sein, dafür wird neben Nicolas Welling (beruflich verhindert) nun vermutlich auch dessen Bruder Lucas nicht zur Verfügung stehen. Der 25-jährige Center kugelte sich gegen Wolfenbüttel erneut die Schulter aus. Zwar sei es absolut mannschaftsdienlich, dass er sich immer wieder zur Verfügung stelle, sagt sein Trainer. Auf Dauer sei dieses Vorgehen aber wenig zielführend, weshalb eine Pause wahrscheinlich ist. Leichte Hoffnung besteht zumindest auf die Rückkehr von Casey Robinson nach dessen Nasenbeinbruch. Der US-Boy musste unter der Woche zwar noch eine speziell angefertigte Gesichtsmaske tragen, doch möchte Kuczmann einen Einsatz nicht kategorisch ausschließen. "Vielleicht kann uns Casey schon am Freitag helfen, ansonsten kommt er erst gegen Berlin zurück in die Mannschaft", meint der Giants-Coach.

Vor dem Kellerduell mit den Albatrossen trifft Bayer heute auf die Hertener Löwen, die zuletzt mit zwei Siegen zu überzeugen wussten und durchaus zum erweiterten Favoritenkreis auf die ProB-Meisterschaft zu zählen sind. Dass die Giants trotzdem mit den Münsterländern mithalten können, bewiesen sie im Hinspiel: Damals wurde erst durch einen Kollektivausfall im letzten Viertel der sicher geglaubte Sieg hergeschenkt.

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"Wir werden alles probieren"

"Herten hat eine gute Mannschaft mit starken Einzelspielern, die zurecht auf Platz vier steht. Aber wir werden trotzdem alles probieren, schließlich gibt es keinen unschlagbaren Gegner", bemerkt Kuczmann. Ein Blick in die Statistik gibt ihm Recht: Zwei Siege und vier Niederlagen lassen die Hertener Halle nicht unbedingt wie einen Löwenkäfig erscheinen, auf der anderen Seite konnten die Riesen aber auch erst einen doppelten Punktgewinn in der Fremde verbuchen. "Natürlich möchten wir von dort etwas mitnehmen, aber das ist keines dieser Spiele, das wir unbedingt gewinnen müssen. Deshalb fahren wir völlig ohne Druck nach Herten", sagt Kuczmann.

(sl)
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