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TSV Bayer 04 Leverkusen: Giants schocken den Aufstiegsfavoriten Jena

Basketball, 2. Liga (Play-offs) : Giants schocken den Aufstiegsfavoriten Jena

Die Zweitliga-Basketballer des TSV Bayer 04 Leverkusen bezwingen Jena im ersten Heimspiel der Play-offs mit 99:84 und setzen sich an die Spitze der Gruppe. Trainer Hansi Gnad ist vollauf begeistert von seiner Mannschaft.

Als die Bayer Giants am Dienstagmorgen noch ein paar Körbe warfen, hatte es Hansi Gnad schon geahnt. „Heute möchte ich nicht gegen uns spielen müssen“, waren die Worte des Trainers, nachdem er seiner Mannschaft zugesehen hatte. Der Coach sollte Recht behalten. Im Play-off-Spiel gegen Science City Jena überzeugte der Leverkusener Basketball-Zweitligist in allen Belangen, dominierte gegen den Topfavoriten phasenweise das Geschehen und gewann 99:84.

Schon der Start war aus Sicht der Giants nahezu perfekt. Sheldon Eberhardt versenkte zwei Dreier, stahl den Ball und dunkte den Ball im folgenden Fastbreak ein. Nachdem Dennis Heinzmann den 12:0-Lauf zur 12:2-Führung ebenfalls per Dunk komplettierte, nahmen die Gäste ihr erstes Timeout, um den Schwung der Leverkusener auszubremsen. Es blieb vorerst beim Versuch. Bei den Hausherren fiel fast jeder Wurf in den Korb. Zwei Dreier von Wyatt Lohaus und einer von Grant Dressler bescherten den Giants einen 31:14-Vorsprung nach dem ersten Viertel.

Ganz so reibungslos lief es freilich nicht weiter. Zum einen trafen nun auch die Jenaer deutlich besser, zum anderen agierten die Leverkusener offensiv auch etwas unglücklich: Dressler lief beim Fastbreak in einen Gegenspieler, Haris Hujic setzte einen völlig freien Distanzwurf daneben – und Eddy Edigin donnerte den Ball beim Dunk-Versuch an den Ring. Pech hatte zudem Heinzmann, der bedrängt wurde. Beim Versuch, sich zu befreien, entschied der Schiedsrichter auf Offensivfoul. Das nervte die Giants und freute die Gäste, die konsequent verkürzten und zur Halbzeit wieder auf sieben Punkte herankamen (48:41).

Wer nun aber erwartet hatte, die Thüringer würden nach der Pause genauso entspannt weiter punkten, sah sich getäuscht. Die Giants verteidigten sehr effektiv, leisteten sich dabei kaum Fouls und holten viele Rebounds. So waren sie es, die den offensiven Druck entfachten. Angeführt vom ein Mal erneut starken JJ Mann bauten die Gastgeber ihren Vorsprung konsequent aus. Dabei setzten sie nicht mehr so stark auf Dreier, sondern viel mehr auf Sprungwürfe aus der Nahdistanz.

Der zwischenzeitliche 14-Punkte-Vorsprung schmolz allerdings vor dem letzten Viertel. Immerhin sorgte Hujic mit seinem ersten Feldkorb zum 69:60 für Beruhigung. Doch für die Entscheidung sorgten andere. Eberhardt, der überragend begonnen hatte, beendete die Partie in ähnlicher Manier. Der Flügelspieler traf nicht nur hochprozentig, er störte auch in der Verteidigung entscheidend und funktionierte in Kombination mit Heinzmann blendend. Zweieinhalb Minuten vor Schluss stand die Überraschung so gut wie fest. 88:74 führten die Giants und brachten den Vorsprung ins Ziel. Mit dem Sieg führen sie nun nicht nur ihre Play-off-Gruppe an, sondern haben auch einen Meilenstein erreicht. Es war der erste Sieg über Jena – und damit gleichzeitig die Revanche für die einzige Heimniederlage der Saison im vergangenen November.

„Heute lautet das Wort: ‚unfassbar’“, sagte Gnad nach seinem 40. Heimsieg als Trainer der Giants. „Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten und haben Jena in der Defensive richtig wehgetan. Wenn uns das gelingt, mache ich mir vorne kaum Sorgen.“ Bereits am Freitag gehen die Play-offs weiter. Zu Gast in der Ostermann-Arena sind dann die Rostock Seawolves.

Giants Mann (21), Eberhardt (18), Heinzmann (15), Dressler (13), Lohaus (11), Hujic (8), Edigin (7), Kahl (5), Blass (1), Kuczmann, Fankhauser, Nick.